netzeitung.deHeuschrecken in Deutschland gefährdet

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Mangels passender Lebensräume vom Aussterben bedroht: die Rotflügelige Ödlandschrecke. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mangels passender Lebensräume vom Aussterben bedroht: die Rotflügelige Ödlandschrecke.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Bundesamt für Naturschutz hat eine Analyse der Gefährdung von Heuschrecken vorgelegt: Jede dritte Art ist in ihrem Bestand bedroht.

Von den 84 in Deutschland vorkommenden Heuschreckenarten sind vier Arten mittlerweile ausgestorben. 29 weitere - das sind 35 Prozent des Gesamtbestandes - sind gefährdet, zwölf davon vom Aussterben bedroht.
Heuschrecken im Computer
Bei elf der Heuschreckenarten kann man fast nur in Deutschland etwas für deren Erhalt tun. Acht Arten kommen hier in isolierten Populationen vor, bei drei Arten geht es um die letzten Bestände weltweit. Zu diesem Ergebnissen kommen Wissenschaftler nach Abschluss eines durch das Bundesamt für Naturschutz finanzierten dreijährigen Forschungsvorhabens zur Verbreitung der Heuschrecken in Deutschland.

Für die Studie arbeitete die Behörde mit zahlreichen Heuschreckenkundlern in den Regionen und den zuständigen Fachbehörden der Bundesländer zusammen. Innerhalb von zwei Jahren wurde aus dem gesammelten Material eine auf den Bedarf der Gefährdungsanalyse zugeschnittene Datenbank zusammengestellt. Diese war mit der Auswertung von Museumsbelegen, Gutachten, Literatur und aktuellen Kartierungen, insbesondere der seltenen und gefährdeten Arten, gefüttert worden. Sie umfasst nunmehr über 430.000 Datensätze.

Bei der Einstufung der Arten in die Gefährdungskategorien wurde die Häufigkeit, aber auch die Verinselung oder der Rückgang der Bestände berücksichtigt. Auch die besondere Verantwortlichkeit Deutschlands für den weltweiten Erhalt einiger der Arten wurde bei der Formulierung der Schutzmaßnahmen mit einbezogen. Für zwölf besonders gefährdete Arten konnten so Aktionspläne entworfen werden, um die Bestände sichern zu können.

Maulwürfe in Gefahr
Die Heuschrecken besiedeln fast alle Landlebensräume in Deutschland. Ein großer Anteil der Arten bevorzugt trockene und warme Lebensräume. Einige Arten sind dem Menschen aus seinem direkten Wohnumfeld bekannt. So wird die Maulwurfsgrille heute noch von vielen Kleingärtnern als Schädling angesehen, da sie neben den im Boden lebenden Insektenlarven und Würmern auch Pflanzenwurzeln vertilgt. Sie bevorzugt feuchte, lockere Böden mit niedriger Grasvegetation, die in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten kaum noch vorhanden sind.

Neben Arten wie dem Warzenbeißer (Decticus verrucivorus) und der Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), die schon länger auf der Roten Liste stehen, zählt nunmehr auch die Maulwurfsgrille zu den bundesweit stark gefährdeten Arten. (nz)

Literatur: Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands: Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. 18 Euro beim BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag (ISBN:3-7843-3828-3)