Neu-Erfindung der Fotografie nach 200 Jahren
11.08.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Diese Reaktion findet wie bei herkömmlichem Film in drei unterschiedlichen Farbschichten statt: rot, blau und grün. Durch die Mischung dieser Farben können nahezu alle Farbtöne erzeugt werden.
Das Prinzip der AAI-Methode: Ein Iodsalz wird bei Lichteinwirkung gespalten, es entsteht eine «Primär-Säure». Spezielle Farbfilter-Stoffe in den einzelnen Filmschichten sorgen dafür, dass in der Rot-Schicht nur rotes Licht die Reaktion auslösen kann, in der blauen nur blaues, in der grünen nur grünes Licht.
Die Primär-Säure katalysiert dann eine Reaktion, in der eine «Sekundär-Säure» entsteht. Diese wiederum wandelt zunächst durchsichtige Farbstofe in den einzelnen Schichten in die jeweiligen Farben um.
Auch der bisher nötige Einsatz von Chemikalien zur Entwicklung und Fixierung der Filme ist bei AAI nicht erforderlich - was die Technik zusätzlich zum Silberverzicht noch umweltfreundlicher macht. Der gesamte Entwicklungsprozess läuft bereits während der Belichtung ab. Ein weiterer Vorteil ist die Schärfe der Bilder. Bislang begrenzte die Größe der verwendeten Silberkörner die Auflösung. Mit Hilfe der Säurereaktion könnte es jetzt möglich werden, extrem scharfe, hoch aufgelöste Farbbilder zu machen.
Die Technik dürfte sich in Zukunft besonders für digitale Druckverfahren eignen: Farbbilder könnten so direkt durch die Bestrahlung des empfindlichen Materials durch eine elektronisch gesteuerte Lichtquelle entstehen.
Johann Heinrich Schulze entdeckte schon Anfang des 18. Jahrhunderts in seinem berühmt gewordenen «Kreideversuch» die Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen. Dieses Potenzial machte sich Louis-Jaques Mande Daguerre zunutze und entwickelte 1829 das erste anwendbare Verfahren zur Herstellung von Bildern. H.W. Vogel läutete mit der spektralen Sensibilisierung von Schwarz-Weiß Filmen 1873 das Zeitalter der Farbfotografie ein.
Für das Web ediert von Katharina Grube

