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Wie Schlangen fliegen

08. Aug 2002 09:18
Chrysopelea paradisi.
Den Gleitflug von Baumschlangen hat ein US-Biologe untersucht. Seine «fliegenden Schlangen» sind auch im Internet zu begutachten.

Ein amerikanischer Biologe hat herausgefunden, wie manche Baumschlangen ihre kontrollieren Gleitflüge absolvieren. In Ermangelung speziell umgestalteter Gliedmaßen nutzen die Tiere ihren gesamten Körper, um Auftrieb zu erlangen und im Zweifelsfall durch eine abrupte Wende einem Hindernis auszuweichen.

Profil wie ein Flugzeugflügel

Mehr in der Netzeitung:
John Socha von der University of Chicago untersuchte Schmuckbaumnattern der Art Chrysopelea paradisi, die sich in ihrer südostasiatischen Heimat gelegentlich per Gleitflug fortbewegen. Für seine Experimente ließ der Forscher die Schlangen von einem zehn Meter hohen Turm starten und nahm ihren Flug mit zwei Videokameras auf. Anhand dieser Stereo-Aufnahmen berechnete er die genaue Flugbahn und die Bewegungen von Kopf, Mittelteil und Schwanzspitze der Tiere.

Im Wissenschaftsmagazin «Nature» erläutert der Forscher den von ihm ermittelten Bewegungsablauf: Hat eine Schlange sich von ihrem Startplatz abgestoßen, spreizt sie die Rippen ab und zieht gleichzeitig den Bauch ein. Der Körperquerschnitt gewinnt dadurch die doppelte Breite und erhält zusätzlich ein ähnliches Profil wie ein Flugzeugflügel. Schließlich beginnt die Schlange mit Schlängelbewegungen in der horizontalen Ebene – ganz ähnlich denen beim Kriechen am Boden. Tatsächlich scheinen diese Bewegungen für Auftrieb zu sorgen, vermutet Socha, denn sobald das Schlängeln einsetzte, verringerte sich die Fallgeschwindigkeit der Tiere.

Unkonventionelles Flugverhalten

Mehr im Internet:
«Trotz ihres unkonventionellen Flugverhaltens ist die fliegerische Leistung von C. paradisi der anderer Gleitflieger vergleichbar», schreibt der Biologe. Im besten Fall hätten die Tiere pro Meter Fallhöhe 3,7 Meter in der Horizontalen zurückgelegt. Gleithörnchen, Flugechsen und fliegende Frösche brächten es auf ähnliche Werte. «Möglicherweise ist C. paradisi in der Lage, auf dem Luftweg andere Bäume zu erreichen, Jagd auf fliegende Beute zu machen oder Fressfeinden zu entgehen.» (nz/jkm)
 
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