Größter Urwald Südostasiens wird Naturschutzgebiet01. Aug 2002 08:42  | Mehr als 400.000 Hektar Wald stehen jetzt unter Naturschutz. | Foto: Haroldo Castro/Conservation International |
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Kambodscha stellt den Urwald im Kardamongebirge unter Naturschutz. Das neue Schutzgebiet hat eine Fläche von fast einer Million Hektar und beherbergt zahlreiche bedrohte Arten.
In Kambodscha wird das größte noch ursprünglich erhaltene Waldgebiet Südostasiens unter Naturschutz gestellt. Wie die kambodschanische Regierung am Dienstag erklärte, sollen 402.000 Hektar Waldfläche im Kardamomgebirge im Südwesten des Landes unter Schutz gestellt werden. Dort sind praktisch alle größeren Säugetiere Kambodschas zu Hause, zudem die Hälfte aller heimischen Vögel, Reptilien und Amphibien. Flankiert wird das Gebiet durch zwei weitere Schutzzonen, sodass künftig rund 990.000 Hektar Fläche unter Naturschutz stehen.
Flussläufe sollen wiederhergestellt werden
Im Kardamomgebirge leben zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tiere, darunter der Indochinesische Tiger (Panthera tigris corbetti), der Asiatische Elefant(Elephas maximus) und der Malaienbär (Helarctos malayanus). Der Zugang in die Region war seit der Terrorherrschaft der Rotem Khmer Mitte der 70er Jahre versperrt. Noch bis 1998 diente das Kardamomgebirge den letzten Khmer als Rückzugsgebiet. Die politisch unruhigen Jahrzehnte kamen der Tierwelt offenbar zugute: Weil ein Großteil der Einwohner floh, blieb der Wald von Rodungen und Jagden nahezu verschont.
 | Wasserfall im Kardamongebirge. | Foto: Haroldo Castro/Conservation International |
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Für den Erhalt dieses Zustandes setzten sich die Vereinten Nationen, die Naturschutzorganisation «Conservation International» sowie die staatliche amerikanische Entwicklungsagentur USAid ein. Sie konnten die kambodschanische Regierung davon überzeugen, dass die Gebirgsregion von der Forstwirtschaft verschont bleiben sollte. Mit finanzieller Hilfe der Organisationen sollen jetzt unter anderem die ursprünglichen Flussläufe wiederhergestellt werden.
Natürliches Rückhaltegebiet
Davon würden auch die Menschen außerhalb des Naturschutzgebietes profitieren. Weil einige der größten Flüsse Kambodschas durch das Naturschutzgebiet verlaufen, könnte dieses bei Überschwemmungen als eine Art natürliches Rückhaltebecken dienen. Erst im Herbst 2000 hatte Kambodscha die größte Hochwasserkatastrophe Südostasiens seit über zwanzig Jahre erlebt. 20 von 23 Provinzen waren betroffen, über zwei Millionen Menschen mussten fliehen. 300.000 Hektar Ackerland wurden damals überschwemmt, der größte Teil der Reisernte ging verloren. (nz/jkm)
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