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Urvogel mit vollem Bauch

25. Jul 2002 08:46
Jeholornis prima.
Körner im Magen: Wissenschaftler haben im Nordosten Chinas ein einzigartiges Urvogel-Fossil entdeckt.

Chinesische Paläontologen haben einen Vogelfossil aus der Kreidezeit entdeckt, das einen erstaunlich detaillierten Einblick in die Ernährungsgewohnheit der frühen Vögel eröffnet: Im Magen des Tieres konnten die Forscher fossile Spuren von über 50 Pflanzensamen nachweisen. Der Fund stammt aus der Jiufotang Formation, die in der nordöstlichen Provinz Liaoning liegt - ein Gebiet, das durch zahlreiche Vogel- und Saurierfossilien bekannt geworden ist.

Kräftige Flügel und Krähenfüße

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  • Wie die beiden Forscher Zhonghe Zhou und Fucheng Zhang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften jetzt im Magazin «Nature» berichten, erreichte der Vogel in etwa die Höhe einer großen Krähe. Jeholornis prima – so sein wissenschaftlicher Name – lebte vor etwa 125 bis 140 Millionen Jahren. Vom Kopf bis zur Schwanzspitze ist das Skelett des Tieres nahezu komplett erhalten geblieben

    Auffällig sind die großen, kräftigen Flügel und die Krallenfüße, die ihm wahrscheinlich ein Leben in den Bäumen ermöglicht haben. Sein 35 Zentimeter langer knochiger Schwanz erinnert noch stark an die Saurier-Vorfahren des Vogels. Nach Meinung der Forscher ist Jeholornis etwas moderner als der berühmte Urvogel Archaeopteryx oder dessen Zeitgenossen Rahonavis, ein auf Madagaskar gefundener früher Vogel.

    Früher Pflanzenfresser

    Mehr im Internet:
    Die Vögel entwickelten sich nach gängiger Theorie aus den aufrecht gehenden, fleischfressenden Sauriern. An Jeholornis konnten die Forscher aber nur noch drei kleine, stark zurückgebildete Zähnchen auf dem Unterkiefer nachweisen. Dass sich das Tier schon zum Pflanzenfresser entwickelt hatte, beweist sein Mageninhalt aus über 50 Samen von 8 bis 10 Millimeter Durchmesser. Sie konnten noch nicht identifiziert werden, sodass vorerst offen bleibt, welche Früchte das Tier sich schmecken ließ.

    Da nur vollständige Samen zu erkennen sind, schluckte sie Jeholornis wohl, ohne sie zu zerbeißen. Unklar ist, ob sich der Vogel seine Nahrung von Strauch und Baum pflückte, oder Früchte vom Boden auflas. Auf jeden Fall belegt der Mageninhalt, dass schon im Erdmittelalter, dem Mesozoikum, die Pflanzen ihre Saat mit Hilfe der Vögel verbreiteten. (nz/jkm)

    Jeholornis prima.
     
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