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Fossil des ersten Landgängers gefunden

04. Jul 2002 09:05
Paläontologen haben ein schon lange im Museum lagerndes Fossil jetzt nochmals unter die Lupe genommen. Die Untersuchung des Salamander-ähnlichen Tieres brachte ein spektakuläres Ergebnis.

Forscher haben die fossilen Reste eines Tieres entdeckt, das als eines der ersten auch an Land existieren konnte. Der Fund ist 350 Millionen Jahre alt und stammt damit aus der Zeit des Karbon. Bisher hatte man aus dieser Periode der Erdgeschichte - 363 Millionen bis 335 Millionen Jahre zurück - kaum Fossilien gefunden.

Evolutionslücke

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Diese knapp 30 Millionen Jahre waren aber offensichtlich eine entscheidende Phase in der Evolution von Wasser- zu Landwirbeltieren. Paläontologen nennen diesen Zeitraum aufgrund der kaum vorhandenen Funde «Romer´s Gap» (Romers Lücke, nach dem Harvard-Paläontologen Alfred Sherwood Romer).

Die Entdeckung des Skeletts im heutigen Schottland gibt Wissenschaftlern jetzt bisher nicht da gewesene konkrete Hinweise darauf, was in jener Zeit in der Evolution der Wirbeltiere passierte.

Das gefundene Fossil zählt zu den Tetrapoden (Vierfüßern). Es bekam den Namen Pederpes finneyae, was soviel bedeutet wie «Felskletterer». Der kurzfüßige, großschädelige Fleischfresser war ungefähr einen Meter lang und ähnelte wahrscheinlich einem Salamander. Er lebte teils im Wasser – worauf Spuren eines für Fische charakteristischen Seitenlinienorgans an dem Fossil hindeuten -, teils auf dem Land, was seine Fußstruktur vermuten lässt. Es ist damit das älteste bekannte Fossil eines Wirbeltiers, das zumindest zeitweise an Land leben konnte.

30 Jahre im Museum

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Irrtümlicherweise als Fisch bezeichnet, hatte das Fossil seit 1971 in einem schottischen Museum gelagert. Jenny Clack vom Zoologischen Museum in Cambridge bemerkte jetzt bei einer erneuten Untersuchung, dass die Extremitäten des Vierfüßers eher nach vorne zeigten und somit dem Leben auf dem Land angepasst waren. Ihre Ergebnisse veröffentlicht sie am heutigen Donnerstag in der Fachzeitschrift «Nature».

«Die Entdeckung dieses fossilen Skeletts soll den Wissenschaftlern helfen, ein Raster für die Veränderungen in der Entwicklung unter den frühen Vierfüßern aufzubauen. Es kann helfen, die verwandtschaftliche Beziehungen späterer Wirbeltieren an Land zu verstehen», kommentiert Robert Carroll, Wissenschaftler an der Universität von Montreal den Fund.

Die ältesten bekannten Tetrapoden sind etwa 365 Millionen Jahre alt. Wissenschaftler glauben, dass diese ihre Füße benutzen, um sich auf der Wasseroberfläche fortbewegen zu können. Pederpes scheint das den Paläontologen bisher fehlende Bindeglied (missing link) beim Übergang vom Wasser- zum Landleben zu sein.

 
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