Jetzt rollt der Ball auch für Roboter
19.06.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Spielszene vom RoboCup 2001.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Eine Fußball-WM mit Deutschland als Titelkandidat? Kein Problem - in Japan hat soeben der «RoboCup 2002» begonnen.
Während die Fußball-WM allmählich in die entscheidende Phase tritt, rollt in Japan der Ball jetzt auch für nicht-menschliche Fußballer. In Fukuoka hat am heutigen Mittwoch der RoboCup 2002 begonnen, die offizielle Weltmeisterschaft der Fußballroboter. 193 Mannschaften aus 30 Ländern ermitteln bis zum kommenden Dienstag in verschiedenen Kategorien ihre Weltmeister.
Vermessene IdeeEs ist die sechste Weltmeisterschaft der Roboterfußballer, und ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem ehrgeizigen Ziel: Bis zum Jahr 2050 sollen die Ballspiel-Automaten in der Lage sein, ein Team von Fußballern aus Fleisch und Blut zu besiegen. Wer sich heute die zum Teil futuristisch anmutenden Robo-Kicker anschaut, mag diese Idee für vermessen halten.
Doch es ist auch noch gar nicht so lange her, da hielt man menschliche Schach-Großmeister in Wettkämpfen mit Maschinen für unbesiegbar. 1997 musste das Schachgenie Garri Kasparov diesen Hochmut mit einer Niederlage gegen den IBM-Computer Deep Blue bezahlen. Warum sollte im Fußball nicht Vergleichbares möglich sein?
Deutschland ist TitelkandidatZumindest in diesem Jahr allerdings dürften die schöneren Spielzüge noch bei Ballack und Co. zu beobachten sein. Die Chance für deutsche Mannschaften stehen indes bei den Robotern wesentlich höher: Während der Titelgewinn für die Völler-Schützlinge wohl eine Sensation wäre, sind deutsche Mannschaften wie die Berliner «FU-Fighters» in Fukuoka Titelkandidaten.