Krokodile spüren Beute mit dem Kiefer auf
16. Mai 2002 10:31
 | Die typische Lauerhaltung. | Foto: Adam Britton |
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Nicht mit Augen oder Gehör - mit dem Kiefer spüren Krokodile ihre Beute auf. Schon ein fallender Wassertropfen kann ihre Aufmerksamkeit erregen.
Dem für die Jagd wichtigsten Sinnesorgan von Krokodilen ist die US-Biologin Daphne Soares auf die Spur gekommen. Bei Versuchen mit Mississippi-Alligatoren konnte die Forscherin nachweisen, dass die Tiere ihre Beute mit speziellen Sensoren am Unterkiefer aufspüren. Die feinen Sinneszellen können Bewegungen im Wasser noch über große Entfernungen wahrnehmen.
Ein Tropfen genügt
Im Wissenschaftsmagazin «Nature» berichtet die Wissenschaftlerin über ihre Versuche. Auf die Spur der von ihr DPR (Dome Pressure Receptors) genannten Sinneszellen kam sie, indem sie Teile der Krokodilschnauze abdeckte. Die DPR waren Biologen bereits früher als dunkle Punkte aufgefallen, ihre Bedeutung war aber bisher unbekannt.
Um die DPR zu stimulieren, genügt bereits die durch einen fallenden Tropfen ausgelöste Bewegung der Wasseroberfläche. Dazu muss das Tier lediglich den Unterkiefer unter Wasser halten. Taucht das Krokodil vollständig unter oder hebt es den Kopf ganz aus dem Wasser, versagen die Rezeptoren hingegen. Die typische, halb eingetauchte Position von Krokodilen im Wasser ermöglicht den Tieren also eine optimale Nutzung ihres Sinnesorgans.
Im frühen Jura entstanden
Soares konnte die DPR bei allen heute lebenden Krokodilarten nachweisen. Mehr noch: Fossile Krokodilknochen zeigen, dass schon die frühen Vorfahren der heutigen Arten entsprechende Zellen besaßen. Die Wissenschaftlerin nimmt daher an, dass die Rezeptoren schon im frühen Jura, vor über 200 Millionen Jahren, entstanden sind. (nz)
 | Die Sinneszellen sind als dunkle Punkte erkennbar. | Foto: Adam Britton |
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