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Minensucher für Entwicklungsländer

07. Mai 2002 09:24
Der ferngesteuerte Wagen ist leicht zu transportieren.
In jedem dritten Entwicklungsland ist die Bevölkerung durch Landminen gefährdet. Ein Roboter soll die Minensuche jetzt sicherer und billiger machen.

Tausende Menschen fallen jedes Jahr Minen zum Opfer, die zu Kriegszeiten ausgelegt und nie geräumt wurden. In 68 Ländern der Erde liegen 110 Millionen Landminen unerkannt im Boden, schätzt Carl Nelson, der jetzt ein neues Suchgerät vorgestellt hat.

Ferngesteuert und leicht

Mehr in der Netzeitung:
  • Mit Wasser gegen Landminen 10. Apr 2002 08:58
  • Indien vermint 2900 Kilometer Grenze 10. Jan 2002 12:57, ergänzt 15:40
  • Ferngesteuerte Ratten als Minensucher 02. Mai 2002 15:09, ergänzt 16:02
  • Der Forscher vom Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory (APL) hat einen preiswerten Suchroboter konzipiert, der besonders in Entwicklungsländern die Minensuche beschleunigen und sicherer machen könnte.

    Der so genannte Mine Rover besteht im wesentlichen aus einem etwa einen Quadratmeter großen fahrbaren Gestell, auf dem der Sensor zur Minensuche montiert ist. Der leichte Roboter kann bis zum Einsatzort getragen und dort mit dem nötigen Sicherheitsabstand ferngesteuert werden. Herkömmliche preiswerte Minensuchgeräte basieren meist auf Metall-Detektoren. Sie lösen viele Fehlalarme aus und Plastiksprengstoff kann mit ihnen nicht aufgespürt werden.

    B- und C-Waffen auffindbar

    Mehr im Internet:
    Nelsons Sensor sucht Minen mit Hilfe der elektromagnetischen Induktion. Dazu werden über zwei Magnetspulen Wechselströme versendet. Ein spezieller mathematischer Algorithmus hilft, die jeweilige Bauart der Minen zu bestimmen.
    Carl Nelson
    Nach Aussage seines Entwicklers erkennt der Mine Rover selbst Plastiksprengstoff und teilt Funde per Funk mit. Das Fahrgestell des Roboters kann je nach Bedarf mit Detektoren für biologische und chemische Kampfstoffe, mit Kameras oder Bergungsgerät nachgerüstet werden. Die Basisversion sei so preiswert, dass sie sich auch Organisationen in Entwicklungsländern erschwinglich sei, meint Nelson. Selbst die Fertigung der einfachen robusten Geräte könnte in den betroffenen Ländern erfolgen und dort Arbeitsplätze schaffen. (nz/jkm)
     
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