netzeitung.deFensterputz-Roboter für den Haushalt

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Modell des Roboters in der Dockingstation. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Modell des Roboters in der Dockingstation.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Ab in die Ecke und los: Fraunhofer-Forscher haben den ersten automatischen Fensterputzer für den privaten Haushalt entwickelt.

Nachdem der autonome Staubsauger bereits auf dem Markt ist, soll bald auch der erste automatische Fensterputzer für den Privathaushalt erhältlich sein. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) haben den Prototyp eines Roboters zur Fensterreinigung entwickelt.
Automatische Richtungsänderung
Der «Demonstrator», den die Wissenschaftler auf der «Hannover Messe» präsentieren wollen, basiert auf kommerziellen Großsystemen, wie sie zur Reinigung von Glasfassaden genutzt werden. Mit sechs Kilo ist das Gerät bereits vergleichsweise leicht, Gewicht und Abmessungen sollen bis zur endgültigen Fertigung jedoch noch weiter reduziert werden. Der Roboter säubert die Scheibe mit feuchten, auswechselbaren Reinigungstüchern, zieht sie mit einer Gummilippe ab und trocknet sie mit einem Mikrofasertuch.

Zur Reinigung wird der automatische Fensterputzer aus der Dockingstation genommen, an einer beliebigen Stelle auf die Scheibe gesetzt und per Tastendruck gestartet. Der Roboter findet selbstständig die linke untere Ecke und beginnt von da aus seinen mäanderförmigen Reinigungszyklus. Den Fensterrahmen erkennt der Roboter mit Hilfe seiner Sensorik, reagiert automatisch mit einer Richtungsänderung und versetzt sich dabei um eine Roboterbreite zur Seite.

Zum Patent angemeldet
Sobald die ganze Scheibe gereinigt ist, fährt der Roboter in die Ausgangsstellung zurück und kann dort abgenommen werden. Zum Aufladen für den nächsten Einsatz kommt er zurück in die Dockingstation. Einzige weitere Wartungsarbeit seines Besitzers: In regelmäßigen Abständen die Tücher im Reinigungsmodul wechseln. «Die feuchten Reinigungstücher werden in einer Vorratsbox erhältlich sein. Der Benutzer muss sie dann nur noch in das Reinigungsmodul klippsen», erklärt IPA-Projektleiter Uwe Bräuning.

Als vollständig autonomes System führt der Roboter alle notwendigen Komponenten für seine Putzmission mit sich. Die Saugermodule der Raupe, die den Roboter kontinuierlich bewegen, arbeiten passiv. Durch die Aufhängung der Raupe werden sie immer wieder an die Scheibe gedrückt. «So kommen wir für die Fortbewegung ohne Vakuumpumpe aus», sagt Bräuning. Eine aktive Absaugung der Luft ist deshalb nicht notwendig, was Energie spart.

Das Bewegungs- und Reinungsprinzip ihres Roboters haben die Fraunhofer-Forscher zum Patent angemeldet. Auf der Messe in Hannover wird der Roboter an einer etwa zwei Quadratmeter großen Fensterscheibe sein Können unter Beweis stellen.


Für das Web ediert von Thomas Trösch