netzeitung.deMit Wasser gegen Landminen

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Noch Jahrzehnte nach ihrer Ausbringung sind Landminen eine tödliche Gefahr. (Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Noch Jahrzehnte nach ihrer Ausbringung sind Landminen eine tödliche Gefahr.
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In über 70 Ländern der Erde bedrohen Landminen die Zivilbevölkerung. Mit einem neuentwickelten System wollen US-Ingenieure die Minensuche vereinfachen.

Mit Wasser wollen amerikanische Ingenieure gegen im Boden vergrabene Landminen vorgehen. Ihre Technik nutzt sehr starke, fein gebündelte Flüssigkeitsstrahlen, um verborgene Landminen aufspüren, freizulegen und schließlich ohne Explosion zu zerstören.
110 Millionen Minen weltweit
Laut Schätzung der Vereinten Nationen sind weltweit rund 110 Millionen Landminen vergraben. Etwa 2000 Menschen, meist Frauen und Kinder, werden pro Monat von den Überbleibseln vergangener Kriege getötet oder verstümmelt. David Summers und seine Kollegen von der University of Missouri-Rolla wollen diesen heimtückischen Waffen nun mit Wasserstrahlen beikommen.

«Wenn ein Kind mit einer Wasserpistole seine Umgebung bespritzt, entgeht ihm vermutlich, dass das Wasser beim Auftreffen auf verschiedene Oberflächen unterschiedliche Geräusche macht», erläutert der Ingenieur. Eben diesen Effekt nutzt die neue Technik zum Aufspüren von Landminen aus.

In 10 Sekunden freigelegt
Ein ferngesteuertes Vehikel fährt das zu untersuchende Gelände ab und schießt dabei einen ein Meter weiten Fächer feiner Wasserstrahlen in den Boden. Gleichzeitig analysiert das Gerät die Geräusche der auftreffenden Strahlen. Laut Summers bewegt sich das Fahrzeug mit 30 Zentimetern pro Sekunde und gibt alle 0,2 Sekunden ein neuen Stoß Wasserstrahlen ab. So kann es pro Minute einen 18 Meter langen Geländestreifen mit einer Auflösung von sechs Zentimetern abtasten - genug selbst für die kleinsten Antipersonen-Minen.

Ist ein verdächtiges Objekt entdeckt, wird der umgebende Boden durch rotierende Wasserstrahlen verflüssigt und abgesaugt. Innerhalb von 10 Sekunden kann das Objekt so freigelegt werden. Handelt es sich tatsächlich um eine Mine, soll diese nach dem Willen der Forscher nicht etwa zur Explosion gebracht werden. Mit einem fein gebündelten Hochdruckstrahl wird die Mine vielmehr schlicht zerschnitten. «Der schneidet sich durch alles hindurch, inklusive der Sicherung, jedoch ohne sie auszulösen», so Summers.

Probleme bei Pflanzenbewuchs
Der Ingenieur und sein Team hoffen, ihren Minenräumer für weniger als 10.000 US-Dollar auf den Markt bringen zu können. Allerdings ist ihr System noch nicht völlig ausgereift. Größere Pflanzen etwa, die zwischenzeitlich auf einem verminten Gelände gewachsen sind, machen eine sichere Abtastung des Bodens unmöglich. Gemeinsam mit seinen Kollegen arbeitet Summers zur Zeit an der Lösung dieses Problems. (nz/jkm)