Promiskuität spornt Spermien an
05.04.2002
Herausgeber: netzeitung.de
Wie die Forscher im Magazin «Nature» berichten, sind Kopf und Schwanzstück der Spermien bei allen Arten ähnlich groß. Unterschiede gibt es hingegen beim Mittelstück, wo die Energie für den Peitschenschlag des Schwanzes und damit für die Fortbewegung der Zellen produziert wird. Bei promisken Arten weist das Mittelstück ein deutlich größeres Volumen auf als bei Arten, wo nur ein Männchen zur Fortpflanzung kommt.
Anderson und Dixson glauben, dass ein größeres Mittelstück mehr Mitochondrien enthält und damit mehr Energie für den Vortrieb der Samenzelle liefern kann. «Die von uns beobachteten größeren Mittelstück-Volumina bei Primaten mit Mehr-Partner-Paarungssystemen, in denen die Spermienkonkurrenz besonders ausgeprägt ist, könnten daher das Resultat einer Selektion auf höhere Mitochondrienzahlen und größere Beweglichkeit sein», schreiben die Forscher. In der Evolution dieser Arten haben sich also offenbar jene männlichen Individuen durchgesetzt, die die stärkeren, und schnelleren, Spermien zur Verfügung haben. Sie haben diese Eigenschaft an ihre Nachkommen weiter gegeben.
Daher, so die Theorie, hat der Wettbewerb zwischen den Schimpansenmännchen im Laufe der Zeit zu immer größeren Hoden geführt, um die Spermienproduktion und dadurch die Chancen auf eine Vaterschaft zu erhöhen. Ähnliche Effekte dieser «Spermienkonkurrenz» findet man im gesamten Tierreich von Würmern über Krebse bis hin zu Vögeln. (nz/jkm)

