Ihren Erfolg dürften die Tiere weniger dem Hornschild als vielmehr dem kräftigen Kiefer verdanken, mit dem sich selbst die härteste Pflanzenkost zerkleinern ließ. Makovicky nimmt an, dass die Kaumuskulatur den gesamten Kopf dominierte: «Die Schädeloberfläche am Kragen liefert klare Hinweise, dass die Kiefermuskeln hinter den Wangen entlang liefen und am Rand der Schädelkrause befestigt waren. Obgleich sie kurz ausfällt, ist die Krause doch so dick, dass sie die Bewegungen großer Muskeln ausgleicht.»Weil der Schädel ganz auf das Kauen ausgerichtet gewesen sei, hätten die Hörner des Tieres wohl kaum der Verteidigung gedient, spekuliert Makovicky: «Liaoceratops war vermutlich nicht in der Lage, sich gegen Fleisch fressende Saurier und Krokodile zu verteidigen. Zum Schutz dürfte sich das Tier versteckt oder gleich die Flucht ergriffen haben.» (nz/jkm)