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Kleiner Hornsaurier in China entdeckt

21. Mrz 2002 15:28
Liaoceratops yanzigouensis
Er war klein, hatte Hörner und konnte gut kauen - viel mehr weiß man noch nicht über den neusten Fund aus dem chinesischen «Jurassic Park» in Yixian.

Einen kleinwüchsigen Verwandten des Hornsauriers Triceratops haben chinesische und amerikanische Paläontologen entdeckt. Doch während der Triceratops aus der Oberkreide bis zu neun Meter lang und größer als ein Elefant wurde, brachte es sein Verwandter höchstens auf eine Länge von 90 und eine Höhe von 30 Zentimetern.

Genau wissen es die Forscher nicht, denn von Liaoceratops yanzigouensis fanden sich bislang nur zwei kleine Schädel. Das größere der beiden Exemplare ist gerade mal elf Zentimeter lang.

Bis zu 145 Millionen Jahre alt

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  • Die Forscher um Xing Xu von der Chinese Academy of Sciences in Beijing entdeckten die Schädel in der Yixian-Formation im Nordosten Chinas. Die Region ist bereits durch spektakuläre Funde gefiederter Saurier bekannt geworden. Die kleinen Horndinos könnten 128 bis 139 Millionen Jahre alt sein. Abweichende radiometrische Messungen lassen aber auch ein Alter von bis zu 145 Millionen Jahren möglich erscheinen, schreiben die Forscher im Magazin «Nature».

    Wie Triceratops zeichnet sich auch Liaoceratops durch einen am hinteren Schädel ansteigenden Kragen aus. Auch einen kleinen Hornansatz wollen die Forscher erkannt haben. Der große Verwandte des Liaoceratops trug ein kurzes Nasenhorn und zwei bis zu ein Meter lange Hörner oberhalb der Augen. Beide Hornsaurier waren Pflanzenfresser.

    In Asien und Nordamerika verbreitet

    Mehr im Internet:
    Die Horndinosaurier lebten nur während der Kreidezeit, konnten sich aber in diesem Zeitraum über Zentralasien und Nordamerika ausbreiten. Dabei entstanden zwei Linien: Die Psittacosauridae, wegen ihres Schnabel-ähnlichen Mauls auch «Papageien-Dinosaurier genannt», und die Neoceratopsidae, zu denen der Triceratops gehört. «Liaoceratops lässt vermuten, dass diese Trennung spätestens in der frühen Phase der Kreidezeit vor 130 Millionen Jahren stattfand», so Co-Autor Peter Makovicky vom Field Museum, Chicago.

    Kauen als Lebenszweck

    Ihren Erfolg dürften die Tiere weniger dem Hornschild als vielmehr dem kräftigen Kiefer verdanken, mit dem sich selbst die härteste Pflanzenkost zerkleinern ließ. Makovicky nimmt an, dass die Kaumuskulatur den gesamten Kopf dominierte: «Die Schädeloberfläche am Kragen liefert klare Hinweise, dass die Kiefermuskeln hinter den Wangen entlang liefen und am Rand der Schädelkrause befestigt waren. Obgleich sie kurz ausfällt, ist die Krause doch so dick, dass sie die Bewegungen großer Muskeln ausgleicht.»

    Weil der Schädel ganz auf das Kauen ausgerichtet gewesen sei, hätten die Hörner des Tieres wohl kaum der Verteidigung gedient, spekuliert Makovicky: «Liaoceratops war vermutlich nicht in der Lage, sich gegen Fleisch fressende Saurier und Krokodile zu verteidigen. Zum Schutz dürfte sich das Tier versteckt oder gleich die Flucht ergriffen haben.» (nz/jkm)

     
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