netzeitung.deDeutsche Netz-Initiative will Be «befreien»

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Der Anbieter des alternativen Betriebssystems «BeOS», das vor allem im Multimedia-Sektor beliebt ist, soll vom Handheld-Hersteller Palm übernommen werden. Die Fans fürchten einen schnellen Untergang.

Die kalifornische Be Incorporated, die mit ihren Produkten «BeOS» und «BeIA» zu relativer Berühmtheit in der Computerszene gelangt ist, steht vor dem Ausverkauf. Der Anbieter von tragbaren Kleinrechnern, Palm, hat beschlossen, die Reste der fast bankrotten Firma aufzukaufen. Die Initiative «Unternehmen Scarabeos 2001» will das nun mit simplen Mitteln verhindern: Sie versucht, die übriggebliebenen Be-Aktionäre zu vereinen, damit diese der Firma gegenüber das Übernahmeangebot ablehnen.

Freies BeOS gefordert
Die Initiative möchte erreichen, dass aus der Arbeit der Firma Be, die insgesamt mehr als 100 Millionen Dollar verschlungen haben soll, ein Open-Source-Paket nach dem Vorbild des freien Betriebssystems Linux wird. Es soll anschließend weltweit von unabhängigen Programmierern weiterentwickelt werden: «BeOS kann nur so überleben.» Der potenzielle Käufer Palm habe «genügend eigene Probleme». Daraus schließen die Fans, dass die Firma die «geniale Software» kaum fortführen werde.

Statt dessen erwarten sie, dass sich der Handheld-Hersteller nur einzelne Sahnestücke aus dem Be-Paket herauspickt, um sein eigenes Technik-Portfolio zu ergänzen. Palm soll zu einem Schnäppchenpreis zuschlagen dürfen: Insgesamt kosten alle von Be entwickelten Produkte 11 Millionen Dollar in Palm-Aktien, sollte das Geschäft von den Be-Aktionären bewilligt werden. Die Firma ist nicht die einzige, die in der momentanen High-Tech-Krise günstig ehemals teure Technologie einkauft.

Wechselhafte Geschichte

Im Gegensatz zu anderen, erst in jüngster Zeit ins Trudeln geratenen Anbietern erlebt Be schon seit Jahren eine wechselvolle Geschichte. Begründet von dem ehemaligen Apple-Entwicklungschef Jean-Louis Gassée, änderte die Firma ihre Geschäftsstrategien häufig. Bereits 1990 als reines neues Betriebssystem für Macintosh-Computer geplant, wurde BeOS Ende der neunziger Jahre zum potenziellen Windows-Ersatz, um dann 2000 als Internet-Oberfläche («BeIA») für Heimelektronik aufzuerstehen.

Für das Web ediert von Ben Schwan