07. Jun 2001 11:40
Ein Reptil mit riesigem Kiefer, das vor 260 Millionen Jahren lebte, war möglicherweise das erste Tier, das seine Nahrung durch Kauen zerkleinerte.
Seine vergleichsweise riesigen Zähne könnten jetzt erklären helfen, warum die Wirbeltiere landbeherrschend wurden. Das schreiben der kanadische Zoologe Robert Reisz und die Studentin Natalia Rybczynski, die die Zähne des Tieres mikroskopisch untersucht haben, in der aktuellen Ausgabe von Nature.Anhand des Zahnabriebs glaubt das Duo nachweisen zu können, dass Suminia ausschließlich Pflanzen gefressen hat. Selbst hartfaseriges, ballaststoffreiches Grün soll für seine starken Kiefer kein Problem gewesen sein. Waagerechte Schleifspuren deuten darauf hin, dass das Tier seine Nahrung nicht nur gerissen, sondern im Mund gekaut hat. Damit war Suminia anderen reptilischen Wirbeltieren überlegen, die ihre Nahrung nur rupften und gleich schluckten.
«Kauen ist außerordentlich wichtig», betont Rybczynski. «Je effektiver ein Tier sein Futter kaut, um so besser kann es verdauen und die Nahrungsaufnahme beschleunigen.» Das Kauen könnte dem Reptil zu einem Säugetier-ähnlichen Stoffwechsel verholfen haben, spekuliert die Forscherin.«Die Entwicklung der landlebenden Wirbeltiere bekam einen mächtigen Schub, nachdem sie die Fähigkeit erworben hatten, Grünkost effektiv zu verwerten», ergänzt der Zoologe Reisz. Tatsächlich fällt das Erscheinen des kleinen Beißers in etwa mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem die Wirbeltiere das Land eroberten.