Raupengift tötet Fohlen
23. Mai 2001 10:57
 | Ein typisches Malacosoma americanum-Raupennest auf einem Kirschbaum | Foto: Forest Health Protection, Southern Region |
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Der mysteriöse Tod vieler neugeborener Fohlen in den USA geht offenbar auf das Konto kleiner Raupen. Sie produzieren ein tödliches Gift.
BERLIN. Auf Kirschbäumen lebende Raupen sind offenbar Auslöser einer mysteriösen Krankheit neugeborener Fohlen. Innerhalb des letzten Monats starben daran in den USA ungewöhnlich viele Jungpferde - ein großes Problem für die wirtschaftlich bedeutende Vollblut-Industrie. Bisher wurde vermutet, dass Giftstoffe im Gras Auslöser der Krankheit sein könnten. Pferdeernährungsexperten um Steve Jackson machen jetzt dagegen eine zyanidähnliche Verbindung in der Motten-Raupe Malacosoma americanum verantwortlich.
Keine Mykotoxine im Gras gefunden
Die Forscher vom Gluck Equine Research Center untersuchten in den letzten vier Wochen 528 tote Fohlen. Sie ließen Grasproben analysieren und von verschiedenen Wissenschaftlern an der University of Kentucky, am Gluck Center selbst und dem Livestock Disease Diagnostic Center der Universität bewerten
. In keinem Fall konnten in Frage kommende Mycotoxine, wie zum Beispiel Zearalonone, nachgewiesen werden. Mycotoxine werden von Pilzen produziert.
Zyanidähnliche Verbindung
Statt dessen entdeckten die Forscher einen engen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen der Raupe Malscosoma americanum auf Kirschbäumen und dem Tod neugeborener Fohlen, so Scott Smith von der landwirtschaftlichen Fakultät der Uni: Die Raupen finden ihre Nahrung auf den Kirschbäumen und produzieren in ihrem Verdauungstrakt eine zyanidähnliche Verbindung. Diese scheint ein tödliches Gift für junge Fohlen zu sein, wenn sie die Raupen unabsichtlich mit dem Gras fressen.
Für das Web ediert von Sabine Fromm