WWF-Verbrauchsstudie in Deutschland: 

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WWF-Verbrauchsstudie in Deutschland 

Lupe 5288 Liter Wasser pro Kopf

Dass man mit der Toilettenspülung oder der Dusche Wasser verbraucht, ist naheliegend. Dass aber ein Deutscher fast die Hälfte des Pro-Kopf-Bedarfs durch Warenimporte abdeckt, zeigt überraschend eine Studie.

25 Badewannen täglich - diese Menge Wasser verbraucht ein Bundesbürger nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF). Fast die Hälfte werde - mit der Einfuhr ausländischer Produkte - importiert, heißt es in einer Studie, die die Organisation am Montag in Frankfurt vorstellte. Oft gehe dies zu Lasten von Ländern, in denen ohnehin Wassermangel herrsche.

Um den Gesamtbedarf zu errechnen, wurde in der Studie auch «virtuelles Wasser» berücksichtigt: Wasser, das bei der Herstellung eines Produkts verdunstet, verschmutzt oder verbraucht wird. Alles in allem verbrauche Deutschland jährlich 159,5 Milliarden Kubikmeter Wasser, mehr als das Dreifache des Bodensee-Volumens, rechnete der WWF vor.

Import verbraucht fremdes Wasser
Täglich verbraucht jeder Einwohner Deutschlands im Mittel 5288 Litern Wasser, das entspricht 25 Badewannen-Füllungen. Davon werden lediglich 124 Liter direkt - etwa beim Waschen oder Kochen - genutzt. In Großbritannien betrage der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch, der sogenannte «Wasser-Fußabdruck», 4645 Liter.

Teil dieses Abdrucks sei Wasser für importierte Waren wie etwa Kaffee oder Baumwolle, die oft aus Ländern kämen, die unter Wassermangel oder hohen Umweltbelastungen leiden. Dies gelte etwa für Brasilien, Indien oder Indonesien, aber auch für Länder am Mittelmeer, in denen im Sommer lange Trockenperioden herrschen. «Hier fehlt das Wasser, das wir in Deutschland verbrauchen», sagte WWF- Wasserexpertin Dorothea August. Ganze Ökosysteme seien in der Folge in Gefahr.

Etikett für den Wasserverbrauch
Fast drei Viertel des in Deutschland verbrauchten Wassers wird nach Angaben von WWF für Produkte aus der Landwirtschaft benötigt - sowohl für die in Deutschland hergestellten Erzeugnisse wie Weizen oder Milch als auch für Importe wie Kakao oder argentinisches Rindfleisch. «Verbraucher müssen darüber nachdenken, welche Produkte sie in welchen Mengen wann kaufen», sagte August. Derzeit werde an einem Etikett gearbeitet, dass beim Einkaufen deutlich machen soll, wie viel Wasser in der Produktion etwa von Lebensmitteln, T-Shirts und Gegenständen verbraucht wurde.

Von der Bundesregierung verlangt der WWF, dass sie die Entwicklungszusammenarbeit nutzt, um Anreize für eine maßvolle und legale Bewässerung zu setzen. Es gehe nicht darum, die Produktion einzustellen, sondern sie effektiver zu gestalten. In Indien sei es beispielsweise geglückt, durch bessere Anbautechniken bei der Baumwollproduktion 30 bis 40 Prozent des Wasserverbrauchs einzusparen.

Außerdem sollten innerhalb Europas Agrar-Subventionen nur ausgezahlt werden, wenn ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasserressourcen nachweisbar sei. Unternehmen sollten Regionen mit effizienter Wassernutzung bei der Rohstoffproduktion vorziehen. (dpa/AP/nz)