Plagiatsvorwürfe an Stammzellforscher: 

netzeitung.deFachblatt zieht Sperma-Studie zurück

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Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ist umstritten (Foto: Harvard University<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ist umstritten
Foto: Harvard University
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Es klang nach einer Sensation: Britische Forscher hatten behauptet, dass sie Spermien aus Stammzellen gezüchtet hätten. Nun machte das Fachmagazin, in dem die Ergebnisse veröffentlicht worden waren, einen Rückzieher.

Ein britisches Wissenschaftsmagazins hat eine Studie zurückgezogen, der zufolge Forscher erstmals menschliches Sperma aus Stammzellen hergestellt haben. Als Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt nannte der Herausgeber des Fachblattes «Stem Cells and Development», Graham Parker, dass Teile der Veröffentlichung Plagiate seien, berichtete das Wissenschaftsmagazin «Nature».

In der Anfang Juli veröffentlichten Studie hatten Forscher der Universität von Newcastle mitgeteilt, sie hätten im Labor menschliches Sperma aus embryonalen Stammzellen erzeugt. Ihre Erkenntnisse könnten eines Tages dazu beitragen, dass unfruchtbare Männer Kinder zeugen könnten, erklärten sie.

Zwei angeblich kopierte Textabschnitte
Viele Wissenschaftler hatten diese Arbeit kritisiert, weil sie bezweifelten, dass echte Spermien produziert wurden. Demnach hätten die von den Forschern aus Newcastle hergestellten Zellen nicht die spezifische Form, die Bewegung und die Funktion von echtem Sperma gehabt.

Nach Aussage Parkers seien zwei Textabschnitte aus der Einleitung der umstrittenen Studie Plagiate eines im Jahr 2007 veröffentlichten Artikels im Fachjournal «Biology of Reproduction», berichtete «Nature». Kritiker der Studie zeigten sich überrascht von der Begründung für den Rückzug. «Wenn da nicht mehr dahinter ist, dann scheint die Reaktion ein wenig hart zu sein», zitierte «Nature» den britischen Stammzelforscher Harry Moore.

Forschung soll woanders veröffentlicht werden
Die Universität von Newcastle, an der die Autoren der umstrittenen Studie forschen, gab zu, dass Teile der Studie Plagiate seien, berichtete «Nature». Der dafür verantwortliche Wissenschaftler habe sich entschuldigt, hieß es demnach in einer Stellungnahme der Universität.

Der wissenschaftliche Gehalt der Studie sei aber unbestritten, schrieb die Universität laut «Nature». Deshalb würden sich die Forscher bemühen, die Forschungsergebnisse in einer anderen Fachzeitschrift zu veröffentlichen. (nz/AP)