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Flugsaurier auf vier Füßen

02. Mai 2001 16:19
Flugsaurier Pterosaurus
Flugsaurier haben den Himmel lange vor den Vögeln beherrscht. Ihre Fortbewegung am Boden konnten Forscher jetzt untersuchen - und damit einen alten Streit schlichten.

HAMBURG. Wenn sie nicht gerade geflogen sind, bewegten sich Flugsaurier auf vier Füßen. Zumindest einige flugfähige Saurier gingen jüngsten Forschungen zufolge eher unelegant über den Boden. Sie bewegten sich wie Fledermäuse und nicht wie Vögel, berichtet das Magazin «National Geographic Deutschland» in seiner Online-Ausgabe.

Entdeckung unter UV-Licht

Mehr in der Netzeitung:
  • Saurier mit Daunen und Federn 26. Apr 2001 09:29
  • Fauler Urvogel 29. Mrz 2001 11:55
  • Die Paläontologen Helmut Tischlinger und Eberhardt Frey hatten Funde aus dem Solnhofener Plattenkalk und aus Brasilien untersucht. Bei der Präparation der Fossilien unter UV-Beleuchtung entdeckten die Forscher Abdrücke von Weichteilen: beschuppte Sohlen- und Fersenpolster an den Händen. Sie deuten darauf hin, dass die vorderen Extremitäten auch als Füße genutzt wurden. Die Hand mit drei kleinen Fingern bzw. Zehen war beim Laufen laut Frey nach hinten gedreht.

    Mehr im Internet:
    Ebenfalls unter UV-Licht fanden die Forscher sehr gut erhaltene Abdrücke von Flughäuten. Auch ein bizarrer Schädelkamm, wie man ihn von anderen Flugsauriern kennt, konnte nachgewiesen werden. An den Krallen entdeckten die Wissenschaftler zudem sichelförmig gebogene Hornscheiden – auch sie ein Hinweis auf die vierfüßige Fortbewegung.

    Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, eine 150 Jahre dauernde wissenschaftliche Diskussion um die Fortbewegung der Flugsaurier am Boden zu beenden.

    Erstes Auftreten vor 215 Millionen Jahren

    Die Flugsaurier entwickelten von ihrem ersten Auftreten vor 215 Millionen Jahren bis zum Aussterben vor 65 Millionen Jahren eine riesige Formenvielfalt und beherrschten lange vor der Entstehung der Vögel den Luftraum. Die kleinsten der mehr als 120 Arten waren spatzengroß, die größten erreichten eine Flügelspannweite von rund zwölf Metern. Die Originalarbeiten sind im Museumsjahrbuch des Juramuseums Eichstädt «Archaeopteryx 2000» und in der Zeitschrift «Fossilien» vom Mai 2001 erschienen. (nz/dpa)

     
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