23.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Albinomäuse im Labor
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Zum Überleben braucht die erwachsene Maus das Hormon nicht, aber es macht glücklich. Für Mäusebabys hingegen scheint Serotonin sehr wichtig zu sein: Hat die Mutter zu wenig, werden sie lebensbedrohlich vernachlässigt.
Ein Mangel des Hormons Serotonin macht schlechte Mütter. Das fanden Forscher des Max-Delbrück-Centrums in Berlin heraus - allerdings bei Mäusen.
Das populär als Glückshormon bezeichnete Serotonin hat nicht nur antidepressive Wirkung, es verzögert auch das Wachstum von Mäusen von Geburt an. Im späteren Leben kümmern die Weibchen sich dann nur unzureichend um ihren Nachwuchs. Für das pure Überleben sei das Serotonin jedoch nicht entscheidend, stellte das Team um Natalia Alenina fest.
Darüber hinaus wurde bestätigt, dass es zwei strikt getrennte Wege der Serotoninproduktion gibt. Ein Gen kodiert die Bildung von Serotonin im Gehirn, ein anderes die Produktion des Hormons im Körper, wie die Forscher in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften berichten.
Milch allein reicht nichtNachdem die Forscher das Gen Tph2 ausgeschaltet hatten, bildeten die Tiere so gut wie kein Serotonin im Gehirn. Dennoch waren die Mäuse lebensfähig, und die Hälfte von ihnen erreichte das Erwachsenenalter. Sie brauchten aber mehr Schlaf, hatten veränderten Atem und Blutdruck. Die Mäuseweibchen konnten zwar Nachwuchs bekommen und produzierten auch genügend Milch. Sie vernachlässigten die Mäusebabys aber derart, dass der Nachwuchs kaum Überlebenschancen hatte. (dpa/nz)