12.06.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Möglicherweise gibt es bereits im Herbst eine Impfung gegen die Mexiko-Grippe
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Noch gibt es nur wenige Chargen, und die sind bisher nicht klinisch getestet. Doch ein Schweizer Pharma-Konzern ist dank eines neuartigen Verfahrens zuversichtlich, dass bereits im Herbst eine Impfung gegen das neue Virus möglich ist.
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis wird nach eigenen Angaben schneller einen Impfstoff für die Mexikanische Grippe bereitstellen können als erwartet. Das Unternehmen habe die Produktion des ersten Teils eines Influenza A/H1N1-Impfstoffes mit Hilfe einer neuen Technologie Wochen früher als erwartet abgeschlossen, teilte Novartis am Freitag in Basel mit. Die Massenproduktion in Marburg könnte im Herbst anlaufen.
Auf dieser Basis werde erwartet, zügig einen Impfstoff herstellen zu können und die Produktion hochzufahren. Derzeit lägen Nachfragen von mehr als 30 Regierungen nach diesem Impfstoff vor.
Der Impfstoff wurde mit Hilfe eines Wildtyps des Neuen Virus A/H1N1 entwickelt, und zwar auf der Basis von Zellkulturen. Die Methode wird von Novartis als Alternative zur herkömmlichen, auf Eiern basierten Impfstoff-Produktion vorangetrieben. Die erste Portion von zehn Litern sei Wochen früher als erwartet entwickelt worden, teilte der Konzern mit.
Produktion in MarburgNach dem Erfolg mit dem Wildtyp-Virus erwartet Novartis, dass rasch eine Impfstoffproduktion mit dem vom der US-Überwachungsbehörde CDC erhaltenen Mexiko-Virus anlaufen kann. Klinische Tests seien im kommenden Monat vorgesehen, die Lizenzierung werde im Herbst erwartet. Der Leiter der Novartis-Abteilung für Impfstoffe, Andrin Oswald, sprach von der schnellstmöglichen Reaktion auf den Pandemie-Ausbruch.
Der Schweizer Pharmakonzern lässt den Impfstoff in seiner Produktionsanlage für Zellkultur-Grippe-Impfstoffe im hessischen Marburg herstellen. Dort könne die Produktion auch zügig gesteigert werden, da die Anlage das Potenzial habe, jede Woche Millionen Impfstoffdosen zu produzieren. Wichtiger Partner bei der Herstellung des ersten Impfstoffes sei das Institut für Virologie der Philipps Universität in Marburg gewesen. Eine zweite Anlage wird in den USA gebaut.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht bisher davon aus, dass ein Impfstoff nicht vor September zur Verfügung steht. Sie hatte am Donnerstag eine Pandemie ausgerufen - die erste seit über 40 Jahren. (dpa/AP)