22.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Hier halten es Mückenlarven aus
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Für ausgewachsene Mücken ist der Weltraum tödlich. Als Larven jedoch können diese Tiere eine Zeit lang ungeschützt die dortige Strahlung und Temperaturschwankungen überleben, wie russische Forscher herausfanden.
Nach einem Jahr im offenen Weltraum haben Mückenlarven nach Angaben russischer Wissenschaftler bei der Rückkehr auf die Erde wieder ihre volle Lebensfähigkeit entfaltet. Das von Juli 2007 bis Juli 2008 von der Internationalen Raumstation ISS aus geleitete Experiment Biorisk beweise, dass mehrzellige Lebewesen im Orbit überlebensfähig seien. Das teilte die leitende Mikrobiologin Natalia Nowikowa von der Akademie der Wissenschaften am Mittwoch nach einem Bericht der Agentur Itar-Tass in Moskau mit. «Die Forschungen zeigen, dass die Larven überlebten und ihren kompletten Stoffwechsel wiederherstellten», sagte Nowikowa.
Sie wies damit frühere Medienberichte zurück, wonach an der Außenhaut der ISS ausgewachsene Mücken überlebt hätten. «Das sind sehr interessante Insekten, deren Larven radioaktive Strahlung, Alkohol und Temperaturschwankungen von minus 270 bis plus 106 Grad Celsius aushalten», sagte Nowikowa. Insgesamt hätten 80 Prozent der Mückenlarven bei Biorisk überlebt.
Die Wissenschaftler beschäftigen sich nun mit der Frage, ob es möglich ist, Lebewesen auch auf andere Planeten zu «verpflanzen» sowie mit den Auswirkungen auf deren Ökosysteme. «Außerdem wollen wir erfahren, ob Mikroorganismen von anderen Planeten auf der Erde überlebensfähig wären und ob irdische Organismen im Kosmos mutieren», sagte Nowikowa. Bei Biorisk hätten die Wissenschaftler auch mit Samen verschiedener Pflanzen, Fischrogen und krebsartigen Tieren experimentiert. (dpa)