Biologe ehrt US-Präsident: 

netzeitung.deDie unverwüstliche Flechte Obama

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Caloplaca obamae (Foto: Opuscula Philolichenum<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Caloplaca obamae
Foto: Opuscula Philolichenum
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Amtsvorgänger Bush wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, Namenspate für einen schleimig-schimmeligen Käfer sein. Nach US-Präsident Obama wurde nun eine Flechte benannt - einer der robustesten Organismen der Erde.

Ungewöhnliche Ehre für Barack Obama: Der US- Präsident ist Namenspate für eine neu entdeckte Flechtenart geworden. Ein kalifornischer Biologe taufte die auf der Insel Santa Rosa vor der Küste Kaliforniens wachsende orangefarbene Flechte auf den Namen Caloplaca obamae. «Als Präsidentschaftskandidat hatte er meine Unterstützung, und es waren die letzten Wochen vor der Wahl, als wir die Exemplare sammelten», sagte der Forscher Kerry Knudsen der «Los Angeles Times». «Es war so spannend, dass wir jeden Tag über ihn sprachen».

Am Tag von Obamas Amtseinführung im Januar habe er einen Fachartikel über die Flechte fertiggestellt und damit auch den Namen besiegelt, erzählte der 58-jährige Biologe von der Universität von Kalifornien in Riverside. «Nach dem Ende der Bush-Regierung war ich froh über eine neue Führung, die Wissenschaft und wissenschaftliche Lehre unterstützt». Knudsen präsentiert die neue Flechte im Fachjournal Opuscula Philolichenum (Bd. 6, S. 37).

Flechten sind einzigartige Symbiosen aus zwei Lebewesen: Einem Pilz und einer Alge oder Blaualge (Cyanobakterium). Sie wurden in der Evolution mehrmals erfunden und sind oft sehr robust - einige können mehr als 1000 Jahre alt werden. Der Pilz zieht Wasser und Nährstoffe aus dem Untergrund und versorgt damit seinen Lebenspartner. Dieser gewinnt aus Sonnenlicht Energie und baut damit Nahrung auf, die er dem Pilz gibt.

Caloplaca obamae wurde bis jetzt nur an rund zehn Stellen auf der Insel Santa Rosa gefunden, das größte Stück ist knapp 13 Zentimeter breit. Die am Boden wachsende Flechtenart sei «unverwüstlich», erläuterte Knudsen. Er hat bislang rund 25 Flechten und Pilze benannt. Drei Flechten, die von Kollegen entdeckt wurden, tragen seinen Namen.

Dies würde er als Ehre empfinden, meint der Forscher. «Ich glaube es gibt einen Käfer, der nach (George W.) Bush benannt ist. Das ist ganz klar eine Beleidigung», sagte Knudsen. Nach Bush wurde 2005 ein «Slime mold beetle» (schleimig-schimmeliger Käfer) benannt, der Schwammkugelkäfer Agathidium bushi. (dpa)