Studie aus Palermo: 

netzeitung.deMafiosi-Verwandte sind oft psychisch krank

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Die Angehörigen leiden häufig - nicht erst nach der Festnahme eines Mafia-Angehörigen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Angehörigen leiden häufig - nicht erst nach der Festnahme eines Mafia-Angehörigen
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Papa bei der Cosa Nostra? Das kann Mutter und Kinder in tiefe Identitätskrisen stürzen, stellt eine Untersuchung zur «Psychologie der organisierten Kriminalität» fest.

Angehörige von italienischen Mafia-Bossen leiden häufig an Beklemmungen und Persönlichkeitsstörungen, wie eine Studie der Universität Palermo herausfand. Der Leiter der Untersuchung, Girolamo Lo Verso, wertete mit einem Team aus Psychologen 15 Jahre lang die Krankenakten von 81 Angehörigen hochrangiger Mitglieder der Cosa Nostra, der Camorra und der 'Ndrangheta aus, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag berichtete. Demnach leiden 20 Prozent der Angehörigen von Mafiosi an Beklemmungen und Angstzuständen, bei 17 Prozent wurde eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

«Diese Personen sind Opfer einer tiefgreifenden Identitätskrise, weil sie ähnlich wie Fundamentalisten in ihrem Leben keine Widersprüchlichkeiten akzeptieren. Sobald etwas passiert, das ihr Weltbild ins Wanken bringt, fallen sie in ein tiefes Loch», sagte Lo Verso. Die Studie «Die Psychologie der organisierten Kriminalität im Süden Italiens» wird am 21. März in der sizilianischen Zeitschrift «S» veröffentlicht. (dpa)