Ölpest in Australien deutlich schlimmer: 

netzeitung.de250.000 Liter Schweröl ausgelaufen

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Schweröl an der Sunshine Coast (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schweröl an der Sunshine Coast
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach der Havarie der «Pacific Adventurer» ist etwa zehn Mal mehr Öl ausgelaufen als bisher angenommen. Die ökologischen Fogen sind nicht absehbar. Mit Bilderschau

Das Ausmaß der Ölpest vor der sogenannten australischen Sunshine Coast ist offenbar weitaus größer als zunächst angenommen. Laut offiziellen Angaben vom Samstag floss nach der Havarie eines Containerschiffs etwa zehn Mal mehr Öl aus als bisher vermutet. Die Behörden des Staates Queensland haben die Küstenregion im Osten Australiens am Freitag zum Katastrophengebiet erklärt.

Nach jüngsten Schätzungen flossen etwa 250.000 Liter Öl ins Meer, wie der stellvertretende Ministerpräsident von Queensland, Paul Lucas, am Samstag dem australischen Radiosender ABC sagte. Zunächst seien die Behörden von 20.000 bis 30.000 Litern ausgegangen.

Herkunft der Information nicht genannt
Lucas sagte nicht, worauf sich die neue Zahl stützt. Nach der Havarie des Frachters «Pacific Adventurer» am Mittwoch bedroht ein Ölteppich auf etwa 60 Kilometern Länge die Sunshine Coast. Bis Sonntag konnte laut Lucas etwa die Hälfte der verseuchten Strände gereinigt werden. Hunderte Helfer waren das gesamte Wochenende über im Einsatz. Mehrere Strände blieben noch gesperrt. Die Behörden rechneten damit, dass die Reinigungsarbeiten noch einige Tage dauern werden. «Die Schlacht ist noch lange nicht vorbei, aber das Blatt hat sich zu unseren Gunsten gewendet», sagte Lucas.

Die Regierung von Queensland drohte der britischen Reederei Swire eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe an. Sie warf dem Unternehmen vor, die Behörden über das Ausmaß der Verschmutzung getäuscht zu haben. Swire wies diesen Vorwurf am Sonntag zurück.

Angeblich zweites Leck übersehen
Die Reederei habe die Menge des ausgetretenen Öls stets nach bestem Wissen angegeben. Die Schätzungen seien aber unter schwierigen Bedingungen erfolgt und deswegen zunächst zu niedrig ausgefallen. Zudem sei anfangs ein zweites Leck übersehen worden, aus dem ebenfalls Öl austrat. Swire drohen Geldstrafen bis etwa 250 Millionen australische Dollar (124 Millionen Euro).

Am schwersten betroffen von der Ölverschmutzung waren die Nationalparks auf den Inseln Moreton und Bribie nördlich von Brisbane. Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde kümmerten sich um Vögel mit ölverschmiertem Gefieder. Die Behörden befürchten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschlechtern wird. Die ökologischen Folgen sind noch nicht abzusehen. Auch das Schicksal der über Bord gegangenen 31 Container mit Dünger ist weiter ungeklärt. (AP/nz)