Der Stoff werde vor allem in der Arzneiforschung eingesetzt, sagte Rönitz. Der Nachweis sei geglückt, weil das nicht gängige JWH-018 wegen eines anderen Labor-Projektes zum Vergleich zur Verfügung gestanden hätte. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne)sagte, es sei gelungen, «die Nadel im Heuhaufen zu finden». Rottmann empfahl dem Bund, mögliche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zu prüfen. Die Kräuter allein hätten keine Wirkung. Doch die Folgen der künstlichen Substanz seien nicht abschätzbar. Nach Angaben der Stadt ist es die erste Studie, die das Geheimnis um «Spice» (Gewürz) lüften konnte.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hat noch nicht über ein mögliches «Spice»-Verbot entschieden. «Das wird noch geprüft», sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. Derzeit würden weiter Informationen gesammelt. Ende November hatte Bätzing gesagt, bisher falle keine der nachgewiesenen pflanzlichen Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz.
Das für 20 bis 30 Euro je Tütchen verkaufte «Spice» sei innerhalb weniger Monate zur Modedroge geworden, sagte Rottmann. Offiziell wird «Spice» nicht zum Rauchen, sondern als Räucherwerk verkauft. Bislang fällt die Mischung weder unter das Betäubungsmittel- noch das Arzneimittelgesetz. In Deutschland sei die von einem Hersteller in London vertriebene Kräutermischung derzeit ausverkauft, sagte die Gesundheitsdezernentin. Doch Nachahmer nutzten diesen Boom. «Wir können nur warnen, sich darauf einzulassen.» (dpa)