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Künstlicher Wirkstoff gefunden: 

Nicht die Kräuter in «Spice» berauschen

15. Dez 2008 21:32
Noch können die 'Spice'-Tütchen legal in Headshops gekauft werden
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Die Droge kann legal gekauft werden und wirkt ähnlich wie Cannabis – deshalb wurde «Spice» schnell zur Modedroge. Wissenschaftler forschten lange, was in der Kräutermischung den Rausch erzeugt. Nun ist das Rätsel gelöst.

Die als Kräutermischung verkaufte Modedroge «Spice» enthält nach einer neuen Studie eine künstlichen Chemikalie, die dem Canabis-Wirkstoff THC ähnelt. Die Substanz ist aus der Arzneimittelforschung bekannt. Bei der Präsentation der von ihr veranlassten Analyse warnte die Stadt Frankfurt am Montag vor der Mischung, die wie Hasch geraucht wird.

Die Konsumenten der Bio-Mischung seien im Grunde Versuchskaninchen, warnte Holger Rönitz vom Frankfurter Pharma-Unternehmen THC-Pharm, das die Proben untersucht hatte. Die Forscher fanden den einst an der Universität Clemson (USA) entwickelten Stoff JWH-018. Er ist der Studie zufolge ein künstlich hergestelltes Cannabinoid, also eine Chemikalie, die dem natürlichen Cannabis-Wirkstoff THC ähnelt. Sie wirkt vier Mal stärker als THC und verursacht die starke Rauschwirkung.

«Die Nadel im Heuhaufen»

Der Stoff werde vor allem in der Arzneiforschung eingesetzt, sagte Rönitz. Der Nachweis sei geglückt, weil das nicht gängige JWH-018 wegen eines anderen Labor-Projektes zum Vergleich zur Verfügung gestanden hätte. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne)sagte, es sei gelungen, «die Nadel im Heuhaufen zu finden».

Rottmann empfahl dem Bund, mögliche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zu prüfen. Die Kräuter allein hätten keine Wirkung. Doch die Folgen der künstlichen Substanz seien nicht abschätzbar. Nach Angaben der Stadt ist es die erste Studie, die das Geheimnis um «Spice» (Gewürz) lüften konnte.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), hat noch nicht über ein mögliches «Spice»-Verbot entschieden. «Das wird noch geprüft», sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin. Derzeit würden weiter Informationen gesammelt. Ende November hatte Bätzing gesagt, bisher falle keine der nachgewiesenen pflanzlichen Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz.

Das für 20 bis 30 Euro je Tütchen verkaufte «Spice» sei innerhalb weniger Monate zur Modedroge geworden, sagte Rottmann. Offiziell wird «Spice» nicht zum Rauchen, sondern als Räucherwerk verkauft. Bislang fällt die Mischung weder unter das Betäubungsmittel- noch das Arzneimittelgesetz. In Deutschland sei die von einem Hersteller in London vertriebene Kräutermischung derzeit ausverkauft, sagte die Gesundheitsdezernentin. Doch Nachahmer nutzten diesen Boom. «Wir können nur warnen, sich darauf einzulassen.» (dpa)

 
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