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1000 neue Arten am Mekong nachgewiesen

15. Dez 2008 14:02
Laotische Felsenratte: Doch nicht ausgestorben
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Die Laotische Felsenratte fanden Forscher zuerst auf einem Lebensmittelmarkt. Ein deutscher Wissenschaftler entdeckte die Riesenkrabbenspinne in Kalksteinhöhlen. Aber das Forscherparadies in Asien ist bedroht.

In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als 1000 Tier- und Pflanzenarten in der Mekong-Region entdeckt oder wieder gefunden worden. Die Umweltorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) berichtete, ein «solch unglaubliches Maß» von Neuentdeckungen hätten die Wissenschaftler nicht mehr für möglich gehalten.

Unter anderem fanden Forscher die Laotische Felsenratte – sie galt als seit elf Millionen Jahren ausgestorben. Die Experten stießen auch auf eine unbekannte Hirschart und das Annamitische Streifenkaninchen sowie auf die weltgrößte Jägerspinne. Auch der Drachentausendfüßler, der Cyanid produziert, wurde entdeckt. Er zeigte sich pinkfarben auf Kalkfelsen. Die schrille Farbe soll andere Tiere vor seinem Gift warnen.

Laotische Felsenratte und Riesenkrabbenspinne

Die Laotische Felsenratte fanden Wissenschaftler zunächst auf einem Lebensmittelmarkt. Später gelang es ihnen, das Tier auch in der freien Wildbahn aufzuspüren. Die rekordverdächtige Riesenkrabbenspinne mit einer Spannweite von rund 30 Zentimetern entdeckte Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg-Institut 2003 in Kalksteinhöhlen in Laos.

Der WWF prangerte in Frankfurt an, dass der Raubbau an der Natur wachse, und forderte mehr Schutz für eine 600.000 Quadratkilometer große Region in dem Sechs-Länder-Eck. In einem neu vorgelegten Bericht hat die Umweltorganisation die von 1997 bis 2007 entdeckten Arten mit spektakulären Bildern dokumentiert, etwa mit einer knallgrün leuchtenden Grubenotter, deren Vorkommen 2002 in der Region erstmals belegt wurde.

150 große Wasserkraftwerke am Mekong geplant

«Man kann ein bisschen nachempfinden, wie sich Forscher und Entdecker des 19. Jahrhunderts gefühlt haben müssen», sagte der WWF-Referent für die Region, Petr Obrdlik. Unter den 1068 entdeckten Arten seien 519 Pflanzen, 88 Spinnen, 279 Fische, 88 Frösche, 22 Schlangen, vier Vögel und 15 Säugetiere.

Obrdlik fügte an: «Wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor sie überhaupt beschrieben werden.». So sollten am Mekong 150 große Wasserkraftwerke entstehen. Nicht nur bei Ökologen, sondern auch bei Ökonomen gelte die Region als eines der letzten faszinierenden Gebiete.

Sechs-Länder-Region Mekong

Seit 1990 wurden dem WWF zufolge in Südostasien jährlich 2,7 Millionen Hektar Dschungel für Plantagen gerodet, um dort zum Beispiel Kautschuk und Kaffee anzubauen. Der Mekong ist mit etwa 4500 Kilometern der zehntlängste Fluss der Welt. Die Mekong-Region erstreckt sich über Thailand, Birma, Vietnam, Laos, Kambodscha und China. (dpa)

 
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