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Rund um das Schwarze Loch: 

Im Herzen der Milchstraße ist die Hölle los

10. Dez 2008 18:28
Offenbart immer wieder Neues: Der Blick ins All
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Sterne jagen um das Schwarze Loch, schneller als Planeten um die Sonne: Die Forscher des Max-Planck-Institus kommen aus dem Staunen nicht heraus, wenn sie ins Zentrum unsere Galaxie blicken.

Rund um das superschwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße geht es zu wie in einem Bienenschwarm. «Die Bahnen der Sterne in der innersten Region sind völlig regellos», erläuterte Stefan Gillessen vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik am Mittwoch die Ergebnisse einer mehrjährigen Untersuchung von Sagittarius A*.

Das Schwarze Loch im Herzen der Galaxie wird von Sternen umkreist wie unsere Sonne von den Planeten - nur viel schneller. In größerer Entfernung, ab etwa einem Lichtmonat, kehrt dann wieder Ordnung ein: 6 der dort beobachteten 28 Sterne umkreisen Sagittarius A* in einer Scheibe. Die Langzeitstudie ermöglichte es den Max-Planck-Forschern auch, die Entfernung der Erde vom Zentrum der Galaxie auf 27.000 Lichtjahre zu bestimmen. Mindestens 95 Prozent der Masse, die auf die Sterne einwirken, befinden sich demnach im Schwarzen Loch - da bleibt wenig Raum für andere «dunkle Materie».

Um das bislang beispiellos detaillierte Bild vom Herzen der Milchstraße erstellen und die Umlaufbahnen der einzelnen Sterne berechnen zu können, mussten die Forscher die Sterne über viele Jahre hinweg beobachten. Vor 16 Jahren wurden den Angaben zufolge mit einer Kamera der Europäischen Südsternwarte die ersten Daten gewonnen und seit 2002 weitere Beobachtungen mit zwei Instrumenten am Very Large Telescope (VLT) gemacht. Die neue Studie erlaubt die Vermessung der Sternpositionen mit sechsfach höherer Präzision als zuvor. Dabei erreichten die Forscher nach eigenen Angaben eine Genauigkeit, die der Erkennung einer Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 10.000 Kilometern entspricht.

Rätselhaft bleibt jedoch, wie die beobachteten jungen Sterne in die Umlaufbahnen um Sagittarius A* gelangen. «Sie sind viel zu jung, um von weit her gekommen zu sein, aber es erscheint noch unwahrscheinlicher, dass sie in ihren jetzigen Bahnen entstanden, wo die Gezeitenkräfte des Schwarzen Loches wirken», notierten die Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift «The Astrophysical Journal» veröffentlichen werden. (AP)

 
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