Rund um das Schwarze Loch:
Im Herzen der Milchstraße ist die Hölle los
10.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Um das bislang beispiellos detaillierte Bild vom Herzen der Milchstraße erstellen und die Umlaufbahnen der einzelnen Sterne berechnen zu können, mussten die Forscher die Sterne über viele Jahre hinweg beobachten. Vor 16 Jahren wurden den Angaben zufolge mit einer Kamera der Europäischen Südsternwarte die ersten Daten gewonnen und seit 2002 weitere Beobachtungen mit zwei Instrumenten am Very Large Telescope (VLT) gemacht. Die neue Studie erlaubt die Vermessung der Sternpositionen mit sechsfach höherer Präzision als zuvor. Dabei erreichten die Forscher nach eigenen Angaben eine Genauigkeit, die der Erkennung einer Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 10.000 Kilometern entspricht.
Rätselhaft bleibt jedoch, wie die beobachteten jungen Sterne in die Umlaufbahnen um Sagittarius A* gelangen. «Sie sind viel zu jung, um von weit her gekommen zu sein, aber es erscheint noch unwahrscheinlicher, dass sie in ihren jetzigen Bahnen entstanden, wo die Gezeitenkräfte des Schwarzen Loches wirken», notierten die Wissenschaftler, die ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift «The Astrophysical Journal» veröffentlichen werden. (AP)

