Stammzellentherapie in Hannover:
Arzneimittelfabrik im Kopf
02.12.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die zuvor gentechnisch veränderten, adulten Stammzellen setzen laut Brinker Eiweißstoffe frei, die die Nervenzellen schützen und die körpereigene Regeneration anregen. Zentral für die neue Behandlungsform ist es, dass die verkapselten Stammzellen in dem 1,5 mal 1,5 Zentimeter großen Säckchen nach zwei Wochen wieder aus der Blutungshöhle entfernt werden. Damit sollen mögliche Langzeitfolgen oder eine Abstoßung vermieden werden.
Der Patient - der 49 Jahre alte Walter Bast aus Bremen - wurde gleich einige Tage nach der Hirnblutung von dem Neurochirurgen Amir Samii in der hannoverschen Spezialklinik INI operiert. Dort wurde die «Teebeutelchen»-Methode entwickelt. Die Therapie wurde nach Angaben der Mediziner erstmals vom Tierversuch in die klinische Phase gebracht. Der erste behandelte Patient zeigt sich am Dienstag in Hannover froh über den Eingriff: «Es ging mir so schlecht, aber jetzt fühle ich mich super.»
Allerdings können die Mediziner zum derzeitigen Stand ihrer Forschung noch nicht sagen, ob es speziell die Stammzell-Therapie war, die zum Behandlungserfolg bei ihrem Patienten geführt hat, oder die Operation an sich. Nun sollen zunächst weitere Patienten mit einer Hirnblutung nach einem Schlaganfall an der Studie teilnehmen. (dpa)

