Sky-Spotting: 

netzeitung.deDie Werkzeugtasche über Berlin

 Herausgeber: netzeitung.de

ISS und Raumfähre Atlantis von der Erde aus fotografiert (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe ISS und Raumfähre Atlantis von der Erde aus fotografiert
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Spionagesatelliten beobachten die Erde, das Weltraumteleskop Hubble hat das All im Visier. Doch auch Sie können die Satelliten beobachten - die Netzeitung verrät, wo Sie hinschauen müssen. Mit Video

Sonnensegel repariert, Urin-Recycling funktioniert – Mission erfüllt. Am Freitag und damit einen Tag später als geplant, soll die Raumfähre Endeavour die internationale Raumstation ISS wieder verlassen. Die Landung in Cape Canaveral im Bundesstaat Florida sei für Sonntag vorgesehen, teilte die Nasa in der Nacht zum Dienstag mit.

Der letztlich erfolgreiche Besuch der Endeavour bei der ISS war aber auch mit einer Panne verbunden, deren Folgen sich von der Erde aus beobachten lassen. Astronautin Heidemarie Stefanyshyn-Piper hatte während eines Außeneinsatzes ungeschickterweise eine Werkzeugtasche aus der Hand gegeben. Dieses Rucksack große Objekt umkreist nun bis auf Weiteres unseren Planeten und ist mit kleinem Fernrohr oder auch einem schlichten Fernglas von der Erde aus zu beobachten.

Wo die entwischte Tasche und andere Teile, die um unsere Erde kreisen, zu sehen sind, listet die Internetseite Speaceweather.com auf. Einfach den Beobachtungsort eingeben, Liste einsehen, Fernglas, Kompass, Mütze und Schal schnappen und auf dem Balkon postieren. Die Tasche samt Raumstation ISS ist in Berlin derzeit zwischen 18 und 19 Uhr bei klarem Himmel am südwestlichen Horizont zu sehen. Da die internationale Raumstation mit ihren Sonnensegeln inzwischen die Ausmaße eines Fussballfeldes angenommen hat, ist sie auch mit bloßem Auge zu erkennen. Der Außenposten im All erscheint am Himmel inzwischen heller als unser Nachbarplanet Venus – nur die Sonne und der Mond überstrahlen die ISS.

Wie aus der Spaceweather-Übersicht zu entnehmen ist, kann in den kommenden Tagen auch ein echtes Stück «Raumgeschichte» am Himmel über Berlin beobachtet werden: Der Wettersatellit Tiros 2. Die kleine Blechtonne umkreist seit 1960 die Erde, filmt das Wettergeschehen mit zwei Videokameras und speichert es auf damals sehr modernen Magnetbändern. Spaceweather dokumentiert aber auch noch die Flugbahn von anderen Objekten – so kann in den kommenden Wochen auch nach Spionagesatelliten oder dem Weltraumteleskop Hubble Ausschau gehalten werden. Trainspotting war gestern!