TN 85 statt Castor: 

netzeitung.deTransportbehälter als «Atommüllfackel»

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Der französische Atommüllcontainer TN 85 (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der französische Atommüllcontainer TN 85
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der radioaktive Atommüll wird in diesem Jahr nicht in deutschen Castorbehältern nach Gorleben gebracht, sondern mit dem französischen Modell TN 85. Zur Sicherheit der Behälter gibt es geteilte Meinungen.

Die Modelle unterscheiden sich äußerlich kaum, sie sind beide röhrenförmig, sechs Meter lang und haben einen Außendurchmesser von etwa zweieinhalb Metern. Im Innern dagegen sind die Unterschiede beträchtlich. Bei den in Deutschland produzierten Castoren sind Kunststoffstäbe als Abschirmung der Neutronenstrahlung in die Behälterwand integriert, der französische Behältertyp TN 85 verfügt nur über eine äußere Abschirmung.

Während die Castorbehälter in einem Stück gegossen werden, sind die französischen Zylinder geschmiedet. Beide Behälter bieten Platz für jeweils 28 Edelstahlbehälter, in die der verglaste hochradioaktive Abfall in sogenannten Glaskokillen eingefüllt wird. Beladen wiegen die meterlangen Transportröhren ungefähr 115 Tonnen. Sie sind mit zwei Deckeln verschlossen.

Zusätzliches Brandpotential im Katastrophenfall
Für den Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow Dannenberg ist die lückenlose Abschirmung von Neutronen- als auch Gammastrahlung vor allem im Deckelbereich in Frage gestellt. «Der TN 85 mit dem äußeren Kunststoff als zusätzliches Brandpotential kann im Katastrophenfall wohl eher als Atommüllfackel bezeichnet werden», fasst der BI-Sprecher zusammen. Das Ministerium für Strahlenschutz teilt diese Ansicht nicht und hält die Bedenken der Bürgerinitiative mit dem Hinweis auf umfassende Tests für vollkommen unbegründet. (nz)