29. Okt 2008 12:25
«Roxanne, you don't have to put on the red light» – singt zumindest Sting. Vielleicht sollte Roxane das rote Licht aber doch anschalten – zumindest für 90 Sekunden am Tag.
Das Licht mit einer Wellenlänge von etwa 670 Nanometern zerstöre einen stabilen Wasserfilm, der im Alter die elastischen Fasern der Haut umgibt und sie unbeweglich macht, berichten Zhu und Sommer. Fehlt der Film, gewinnt die Faser ihre Elastizität zurück und glättet sich praktisch von alleine. Die Wissenschaftler hatten danach geforscht, wie die Wassermoleküle der Haut mit verschiedenen Substanzen reagieren. So formen die Wasserteilchen in der Nähe von hydrophoben, also Wasser abweisenden, Substanzen einen glatten, kristallinen Film, während sich Wassermoleküle in hydrophiler - Wasser anziehender - Umgebung eher klebrig verhalten.
Ihre Theorie untermauerten die beiden Ulmer Wissenschaftler mit einem Selbstversuch. Über zehn Monate bestrahlten sie ihre Augenfältchen für die Dauer von 90 Sekunden mit dem Licht. Danach sei eine deutliche Verringerung der Faltentiefe und eine Verkürzung der einzelnen Linien zu beobachten gewesen, berichten die Wissenschaftler.Da Elastinfasern auch in Blutgefäßen und Herzmuskel vorkommen, könnte die Methode vielleicht sogar helfen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu behandeln, hoffen die Wissenschaftler. In der Wundheilung wird Licht dieses Spektrums schon heute eingesetzt. (nz)