Britisches Unterhaus hat entschieden:
Chimären-Forschung wird Gesetz
23.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Beide Verfahren sind in Deutschland verboten. Bei der Bildung von Chimären setzen Forscher das Erbgut einer menschlichen Zelle in die entkernte Eizelle eines Tieres ein. Das Erbgut des entstehenden Embryos besteht zu 99,9 Prozent aus den Genen des Menschen. Doch die Eizelle der Tiere liefert diesem Embryo die Zellkraftwerke (Mitochondrien), die eigenes Erbgut besitzen.
Die Experten wollen den Embryo allerdings nicht zu einem Baby heranwachsen lassen, sondern ihm embryonale Stammzellen entnehmen und damit forschen. Solche Experimente werden bereits in den USA, in Südkorea und in China durchgeführt. In Großbritannien war diese Forschung bisher nur mit Sondergenehmigung möglich.
Die Pläne zur Erweiterung der Stammzellenforschung hatten auch innerhalb der regierenden Labour-Partei von Premierminister Gordon Brown für Ärger gesorgt. Am Mittwoch stimmte jedoch nur eine kleine Zahl der Abgeordneten der Partei gegen die Vorschläge. Das Gesetz muss nun vom Oberhaus in London abgenickt werden. Es hatte vor allem bei Kirchenvertretern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. (nz/dpa)

