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Forschung zur Attraktivität von Stimmen: 

Ein tiefer Bass muss nicht sexy sein

11. Okt 2008 12:01
Die Attraktivität von Ben Beckers Stimme liegt nicht nur an der Tonlage
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Ist ein Mann mit hoher Tonlage grundsätzlich weniger beliebt? Kann man von der Stimme auf das tatsächliche Äußere schließen? Diese Fragen hat eine Phonetikerin untersucht; sie kam zu überraschenden Ergebnissen.

Nicht die Tiefe macht eine Männerstimme sexy, sondern ihre Sprachmelodie und -geschwindigkeit. Das hat die Phonetikerin Vivien Zuta vom Frankfurter Institute for Advanced Studies (FIAS) herausgefunden. «Ich dachte, dass die Stimme in erster Linie tief sein muss», sagte die 28-Jährige.

Doch ihre Studie brachte ein ganz anderes Ergebnis. Die Erkenntnisse aus ihrer Magisterarbeit hat Zuta in dem Buch «Warum tiefe Männerstimmen doch nicht sexy sind» (Fischer Verlag) zusammengefasst, das im Oktober erscheint.

«Zusammenfassend kann man sagen, dass eine souverän klingende Stimme gut ankommt. Dazu gehört, dass in der individuellen Tonlage in einem angemessenen Tempo geredet wird», erklärt die Doktorandin.

Das gleiche gelte auch für die Attraktivität von Frauenstimmen. Außerdem bevorzugen Männer jung und sportlich klingende Stimmen. Unattraktiv wirken auf beide Geschlechter unter anderem zu langsames Sprechen und viele Verzögerungslaute wie «Äh» oder «Ehm».

Zum Erstaunen der Forscherin fanden die meisten Probandinnen ausgerechnet die höchste Männerstimme attraktiv, die tiefste Stimme wurde dagegen nicht positiv bewertet. In dem Versuch sollten die Test-Hörerinnen auch auf das Äußere des Sprechers schließen. Dabei lagen sie oft daneben. So stellten sie sich einen optisch attraktiven Mann nach dessen Stimme als dick, fast kahlköpfig und schmuddelig gekleidet vor.

«Sie wird schon gut aussehen»

Während die Frauen keinerlei Probleme hatten, ihre Vorstellung vom dem Äußeren des Sprechers in Worte zu fassen, hatten die meisten Männer kein konkretes Bild vor Augen. «Wenn sie eine Stimme attraktiv fanden, meinten die Männer nur «Sie wird schon gut aussehen»», berichtet Zuta. Auch hatten die Männer mehr Probleme mit der Erklärung, was sie an welcher Stimme attraktiv fanden.

Von einer Stimme auf das tatsächliche Äußere des Sprechers zu schließen, ist nach Meinung der Phonetikerin unmöglich. In Tests sei zwar nachgewiesen worden, dass viele Menschen sich bei tiefen Stimmen einen hochgewachsenen Sprecher vorstellen. Es gebe jedoch keinen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Stimmhöhe.

Anders sieht es bei der Leibesfülle aus - zumindest bei Männern. Sie neigen dazu, bei zunehmendem Gewicht langsamer zu sprechen. Dicker werdende Frauen ändern dagegen ihre Sprechgeschwindigkeit nicht. «Warum das so ist, weiß man noch nicht», berichtet die Phonetikerin. (dpa)

 
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