10. Okt 2000 17:57
Jack St.Clair Kilby gilt als Erfinder des Mikrochips. Zumindest die grundlegende Idee stammt von ihm. Dafür und für sein Lebenswerk erhielt er am Dienstag den Physik-Nobelpreis.
Sein Arbeitgeber muss ihn lieben. Denn Texas Instruments (TI) hat durch Jack S. Kirby Milliarden verdient. Der 76-Jährige hatte am 12. September 1958 fünf Transistoren genommen und sie miteinander verlötet. Auf diese sogenannte integrierte Schaltung meldete er das Patent Nummer 320 275 an, kurz bevor sein Konkurrent Robert Noyce von der Firma Fairchild Semiconductor das Gleiche tat.Zehn Jahre stritten sich beide um die Rechte an der Idee, denn sie war Gold wert. Auf ihr basiert bis heute jeder Computerchip. Der ist nichts weiter, als winzige Transistoren, die miteinander verknüpft sind. Der Kampf endete mit einem Vergleich - Kilby erfand die Grundidee, Noyce den Produktionsprozess.
Bis heute kassiert Texas Instruments von Chip-Herstellern Lizenzgebühren, dafür profitierte Noyce auf eine andere Art: 1971 gründete er zusammen mit einem weiteren Fairchild-Mitarbeiter namens Gordon Moore das Unternehmen Integrated Electronics – Intel. Dessen Prozessor 4004 ist der Vater aller heutigen Chips und Intel Marktführer.
Aus Kilbys Arbeit entstanden bis heute mehr als 60 Patente und viele Auszeichnungen. Im November 1993 erhielt er das japanische Pendant zum Nobelpreis, den Kyoto-Preis. Ein Mitarbeiter von TI soll über ihn gesagt haben: «Jack hat die angeborene Fähigkeit, Probleme anders zu sehen, als es die meisten von uns tun. Ich denke, dass der neugierige Geist des Erfinders dahinter steckt.»
Um seine Erfolge hat Kilby nie viel Aufhebens gemacht. In seinem Heimatort ist er eher wegen seiner Größe bekannt als wegen seiner Forschung, heißt es. Kilby ist 1,93 Meter lang. (nz)