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Chemie-Nobelpreis verliehen

10. Okt 2000 15:40, ergänzt 16:22
Zwei Amerikaner und ein Japaner haben den Chemie-Nobelpreis gewonnen. Alan Heeger, Alan MacDiarmid und Hideki Shirakawa entdeckten, dass auch Kunststoffe elektrisch leiten können, wenn man ihre Struktur verändert.

STOCKHOLM/BERLIN. Die Nobel-Jury in Stockholm würdigte am Dienstag die drei Forscher, weil sie sich für so genannte leitende Polymere interessiert haben. Sie hätten aus dem Thema ein Forschungsgebiet «mit großer Bedeutung sowohl für Chemiker als auch für Physiker entwickelt».
Mehr im Internet: Was die Preisträger erforschten
Normalerweise können Kunststoffe keine Elektrizität leiten. Deshalb isoliert man mit ihnen Kupferdrähte in elektronischen Kabeln. Die diesjährigen Träger des Chemie-Nobelpreises fanden heraus, auf welche Weise man Kunststoffe verändern muss, damit sie Strom leiten.

PC in der Armband-Uhr

Die von Heeger, MacDiarmid und Shirakawa entwickelten leitenden Kunststoffe werden inzwischen für unterschiedlichste Techniken angewendet – zum Beispiel für Strahlenschutz an Computermonitoren oder für «intelligente» Fenster mit automatischem Sonnenschutz, in jüngster Zeit auch für Leuchtdioden, Solarzellen, Handy-Displays und Mini-Fernsehmonitoren.

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  • Die Forschung mit leitenden Polymeren birgt außerdem eine wichtige Perspektive für die molekulare Elektronik. In Zukunft werden Wissenschaftler elektronische Komponenten aus einzelnen Molekülen herstellen können. Dadurch werden Computer um ein vielfaches schneller und kleiner werden als heute. Der PC in der Armbanduhr wird eines Tages möglich sein.

    Alan J. Heeger (64) leitet als Physik-Professor das Institut für Polymere und organische Festkörper an der Univerity of California in Santa Barbara. Alan G. MacDiarmid (73) kam in Neuseeland zur Welt. Er ist heute US-Bürger und Chemie-Professor an der Universität von Pennsylvania. Hideki Shirakawa (64) stammt aus Tokyo und lehrt Chemie am Institut für Materialforschung der Universität von Tsukuba. Die Wissenschaftler teilen sich ein Preisgeld von umgerechnet 2,1 Millionen Mark.

    Am Donnerstag soll der Nobelpreis für Literatur vergeben werden, am Freitag der Friedensnobelpreis. Den
    Nobelpreis für Medizin vergab das Komittee bereits am Montag. Er ging an die Hirnforscher Paul Greengard (Rockefeller University), Eric Kandel (Columbia University) und Arvid Carlsson (Göteborg University). (nz)

     
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