Physik-Nobelpreis für Chip-Erfinder
10. Okt 2000 12:07, ergänzt 17:58
 | Jack S. Kilby
| Foto: www.ti.com |
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Drei Pioniere der Informationstechnologie haben den Physik-Nobelpreis gewonnen. Ohne die Erfindungen von Jack S. Kilby (USA), Zhores I. Alferov (Russland) und Herbert Kroemer (USA) gäbe es heute weder Personalcomputer noch Handy.
STOCKHOLM/BERLIN. Das Stockholmer Institut würdigte die drei Forscher am Dienstag für ihre Erfindung schneller Transistoren, Laserdioden sowie integrierter Schaltkreise (Chips).
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Jack S. Kilby
gilt als Erfinder der «integrierten Schaltung», 1958 verlötete er fünf Transistoren auf einem Stück Germanium zu einem Schaltkreis. Heute nennt man so etwas «Chip». Der Nobelpreis ist für Kilby eine späte Anerkennung.
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Aus seiner Erfindung ist die Mikroelektronik hervorgegangen. Sie liegt nun der gesamten modernen Technik zu Grunde: leistungsstarken Rechnern, Waschmaschinen und Autos, Weltraumsonden und Computertomographen. Ohne Mikrochips gäbe es weder elektronische Uhren, Taschenrechner noch Handys.
 | Zhores I. Alferov | Foto: Ioffe Institute |
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Zhores I. Alferov
und der Deutsch-Amerikaner
Herbert Kroemer
haben Kilbys Erfindungen zur Blüte verholfen. Sie entwickelten schnelle mikro- und optoelektronische Komponenten, die auf immer kleinerem Raum immer mehr elektronische Bauteile enthielten. Durch Schichtung der Halbleiterstrukturen wurden die Schaltkreise immer leistungsfähiger. Die von Alferov und Kroemer entwickelten Halbleiter-Heterostrukturen sind heute zum Beispiel in jedem Satelliten und in jeder Handy-Station.
 | Herbert Kroemer | Foto: www.ece.ucsb.edu |
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Auf der gleichen Technik basieren auch Laserdioden. Sie übertragen mit Hilfe von Licht und Glasfaserkabeln die Flut der Informationen im Internet. Man findet sie auch in CD-Playern, Strichcode-Lesern und Laserpointern.
Höchstes Preisgeld
Die höchste Auszeichnung für Physiker liegt in diesem Jahr mit umgerechnet 2,1 Millionen Mark erstmals über der Zwei-Millionen-Grenze.
Am Nachmittag wird das Karolinska Institut auch den oder die Gewinner des Chemie-Nobelpreises 2000 bekannt geben. Am Donnerstag soll der Nobelpreis für Literatur vergeben werden, am Freitag der Friedensnobelpreis. Den
Nobelpreis für Medizin
vergab das Komittee bereits am Montag. Er ging an die Hirnforscher Paul Greengard (Rockefeller University), Eric Kandel (Columbia University) und Arvid Carlsson (Göteborg University).
(nz)