Medizin-Nobelpreis geht an drei Neurologen
09. Okt 2000 11:44, ergänzt 18:40
Die Forscher Eric Kandel (USA), Paul Greengard (USA) und Arvid Carlsson (Schweden) erhalten den Medizin-Nobelpreis 2000. Sie erforschten die Kommunikation von Nervenzellen. Ihre Arbeit trug dazu bei, die Parkinson-Krankheit besser zu verstehen.
STOCKHOLM. Das Karolinska Institut gab die Namen der Preisträger am Montagvormittag in Stockholm bekannt. Die drei Wissenschaftler widmeten ihre Forschungsarbeit der Frage, wie Informationen im Gehirn weitergeleitet werden. Im Zentrum stehen dabei so genannte Botenstoffe wie Dopamin, die Informationen im Gehirn transportieren. Sie steuern damit zum Beispiel die Bewegungen des Menschen.
Neurologen erforschten Parkinson-Ursachen
Arvid Carlsson (77) ist emeritierter Professor an der Universität im schwedischen Göteburg.
Das Nobel-Komitee zeichnete ihn für seine Studien über die Folgen von Dopamin-Mangel aus. Sie sind kennzeichnend für die
Parkinson-Krankheit
. Wenn der Körper zu wenig Dopamin produziert, können nachgeschaltete Hirnregionen überaktiv werden. Mögliche Folgen sind heftiges Zittern oder Muskelverspannungen. Carlssons Entdeckungen halfen, Medikamente gegen Parkinson zu entwickeln.
Paul Greengard (74) ist an der Rockefeller Universität in New York tätig.
Er untersuchte den Zusammenhang zwischen Botenstoffen und der Produktion wichtiger Eiweißstoffe. Eric Kandel (70) widmete seine Studien den chemischen Vorgängen beim Lernen und Erinnern. Kandel ist gebürtiger Wiener, lehrt jedoch an der Columbia Universität in New York und hat die US-Staatsbürgerschaft angenommen.
Preisgeld über Zwei-Millionen-Grenze
Der Medizin-Nobelpreis ist in diesem Jahr mit insgesamt umgerechnet 2,1 Millionen Mark (neun Millionen Kronen) dotiert. Das Preisgeld liegt damit erstmals über der Zwei-Millionen-Grenze. Die Nobelpreise werden traditionsgemäß am 10. Dezember überreicht. Am 10. Dezember 1896 starb der Stifter des Preises, Alfred Nobel.(dpa/nz)