Rakete gestartet: 

netzeitung.deChinas langer Marsch ins All hat begonnen

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Die drei chinesischen Raumfahrer haben die Erdumlaufbahn erreicht (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die drei chinesischen Raumfahrer haben die Erdumlaufbahn erreicht
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Name der Kapseln bedeutet so viel wie «göttliches Schiff». Mit diesen Raumschiffen will Peking sich einen Weg ins All bahnen. Sogar Mondproben stehen langfristig auf dem Programm.

Der Start des Raumschiffes «Shenzhou VII» am Donnerstag markiert ein wichtiges Datum für das ambitionierte Weltraumprogramm Chinas. Ziel ist der Bau eines eigenen Weltraumlabors, das um 2020 seine Arbeit aufnehmen soll. Der Erfolg der Drei-Tage-Mission, auf der auch der erste Weltraumspaziergang eines chinesischen Astronauten geplant ist, ist ein «bemerkenswerter Schritt in unserer Weltraumforschung», sagte Wang Zhaoyao, führender Mitarbeiter des chinesischen Weltraumprogrammes, während der Vorbereitungen.

Die Rakete vom Typ «Langer Marsch - 2F» mit dem Raumschiff war am Donnerstag planmäßig um 21.10 Uhr Ortszeit (15.10 Uhr MESZ) vom Weltraumbahnhof Jiuquan im Nordwesten Chinas gestartet. An Bord sind die Astronauten Zhai Zhigang, dessen Außenbordeinsatz an diesem Freitag 40 Minuten dauern soll, sowie die Astronauten Liu Boming und Jing Haiping. Alle drei Männer sind 42 Jahre alt. Nach Angaben der Bodenkontrolle war der Start erfolgreich. Das Raumschiff habe nach etwa 15 Minuten wie vorgesehen die Erdumlaufbahn erreicht.

Die Inszenierung des Außenbordeinsatzes unter dem offiziellen Namen «extra-vehicular activity» (EVA) bedeutet nach Angaben Wangs, dass «Shenzhou VII» im Vergleich zu den vorangegangenen zwei bemannten Missionen «unbekannte technischen Schwierigkeiten» übernehmen muss. «EVA ist ein großer Sprung für das bemannte Weltraumprogramm», betonte Wang. «So ein Außenbordeinsatz kann nicht vollständig am Boden simuliert werden. Außerdem werden einige technische Neuentwicklungen bei diesem Flug zum ersten Mal eingesetzt.» Dazu gehörten bahnbrechende Technologien für den 20,4 Millionen Euro teuren Anzug, den Zhai bei seinem Ausstieg tragen soll und für den Verschlussmechanismus der Raumkapsel.

Ziel: Bodenproben vom Mond
Das Design der chinesischen Raumschiffe, deren Name «Shenzhou» «Göttliches Schiff» bedeutet, gleicht den russischen Sojus-Kapseln. Allerdings sind die chinesischen Raumschiffe größer und technisch ausgereifter. «Shenzhou I» startete im November 1999 und war wie die folgenden «Shenzhou»-Missionen noch unbemannt. Erst mit «Shenzhou V» brachte China im Jahr 2003 Menschen ins All. Mit «Shenzhou VII» beginnt ein neuer Abschnitt des Programms, bei dem 2010 und 2012 auch Andock- und Rendezvous-Manöver vorgesehen sind. Daneben läuft in China ein Programm zur Erforschung des Mondes. Ehrgeiziges Ziel ist es, 2017 Bodenproben vom Mond auf die Erde zu bringen. Bisher gibt es jedoch keine Pläne für eine bemannte Mondmission. (Bill Smith, dpa)