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Mathematik hat ein Imageproblem: 

Handys statt Kuhmilch

15. Sep 2008 10:39, ergänzt 10:40
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In Deutschland gilt es als «chic», schlecht in Mathe zu sein, meint Professor Frank Duzaar. «Wenn Sie in Frankreich oder Italien sagen, Sie können Mathematik nicht, stoßen Sie auf völliges Unverständnis.»

Nur in Deutschland ist es nach Überzeugung des Erlanger Mathematikprofessors Frank Duzaar «chic», nichts von Mathematik zu verstehen. «Bei uns kokettieren viele damit, schon in der Schule in Mathe schlecht gewesen zu sein», sagte der Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg am Samstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

«Wenn Sie in Frankreich oder Italien sagen, Sie können Mathematik nicht, stoßen Sie auf völliges Unverständnis», sagte Duzaar vor der Jahrestagung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV). Die Veranstaltung beginnt an diesem Montag in Erlangen.

In Deutschland habe es eine «Epoche der Abkehr von der Mathematik» gegeben. Mitte der 1990er Jahre seien die Anfängerzahlen in allen naturwissenschaftlichen Studiengängen deutlich zurückgegangen. «Die Mathematik hat nicht das Ansehen, das sie verdient.«

Mathematik ist «in fast allen Dingen»

«In fast allen Dingen, die uns das alltägliche Leben angenehm machen, ist Mathematik drin», erläuterte Duzaar. «Das Navigationsgerät im Auto würde ohne Mathematik nicht funktionieren, das Handy nicht und der Computer auch nicht. Technischer Fortschritt ohne Mathematik ist schlicht nicht denkbar.»

Als Gründe für die Unbeliebtheit der Mathematik sieht der Wissenschaftler auch den Schulunterricht. Mathe sei nach wie vor ein Selektionsfach, das eine hohe Motivation und großes Durchhaltevermögen verlange. Duzaar sprach sich daher für eine bessere Zusammenarbeit von Schulen und Hochschulen aus.

Kuhmilch interessiert nicht

Die Lehrer müssten sich auch in der zeitgenössischen Diskussion auskennen. «Wenn Lehrer fragen: «Wenn eine Kuh an einem Tag drei Liter Milch gibt, wie viel gibt sie dann in vier Tagen», dann reißt das natürlich niemanden vom Hocker. Aber wenn sie fragen «Warum kann man Handys orten?», dann hat das etwas mit der Lebenswirklichkeit von Jugendlichen zu tun und interessiert. (nz/dpa)


 
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