Teilchenbeschleuniger LHC unter Beschuss: 

netzeitung.deHacker dringen in Cern-Rechnernetz ein

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Website www.cern.de (Foto: nz/screenshot<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Es ist das ungewöhnlichste und aufwändigste Experiment zur Erforschung fundamentaler Fragen der Physik. Nur die IT-Sicherheit blieb dabei wohl auf der Strecke. Hacker fanden jedenfalls den Weg ins Datennetz.

Computerhacker sind nach Medienberichten in das Rechnernetz des weltgrößten Teilchenbeschleunigers des Europäischen Zentrums für Teilchenphysik Cern bei Genf eingedrungen. Ein Schaden ist dabei nach Aussagen eines Cern-Sprechers nicht entstanden.

«Wir wissen nicht, wer das war. Aber es sieht so aus, als sei nichts Schlimmes passiert. Scheinbar wollten die Leute beweisen, dass man sich ins Cern einhacken kann», zitierte die Zeitung «The Times» Cern-Sprecher James Gillies. Dem Bericht zufolge erlangten die Hacker, die sich selbst «Griechisches Sicherheits-Team» nennen, bereits am Mittwoch Zugang in ein Cern-Netzwerk, als der Teilchenbeschleuniger LHC den Betrieb aufnahm.

«Wir ziehen Euch jetzt die Unterhosen runter»
Dem Bericht zufolge hatten es die Hacker auf ein Computersystem abgesehen, bei dem mittels eines Detektors die Fortschritte des Experiments analysiert werden. Sie hinterließen eine Nachricht, in der sie die LHC-Sicherheitstechniker als «Schuljungen» verspotteten. Die Hacker stellten dem Bericht zufolge klar, dass sie das Experiment nicht unterbrechen sondern nur auf Sicherheitsrisiken hinweisen wollten. «Wir ziehen Euch jetzt die Unterhosen runter, denn wir wollen Euch nicht nackt und auf der Suche nach einem Versteck herumlaufen sehen, wenn die Panik kommt», zitiert die Zeitung «The Daily Telegraph» aus der Botschaft der Hacker.

Der LHC ist die größte Forschungsmaschine der Welt. Die Wissenschaftler am Europäischen Zentrum für Teilchenphysik bei Genf hatten am Mittwoch erfolgreich die ersten Strahlen aus Atomkernen durch den fast 27 Kilometer langen Teilchenbeschleuniger geschickt. In der Supermaschine sollen künftig fast lichtschnelle Atomkerne kontrolliert zusammenstoßen. Mit den Messergebnissen sollen fundamentale Fragen der Physik beantwortet werden. (dpa)