Nach dem selbstständigen Andocken war der automatische Frachtflieger fünf Monate fester Teil der Raumstation - und beliebt bei der Crew: Der Russe Oleg Kononenko verbrachte mehrere Nächte in dem geräumigen Gefährt. Normalerweise müssen sich Astronauten und Kosmonauten täglich ein freies Plätzchen suchen und sich in der Schwerelosigkeit mit Klettband stabilisieren. Neben der Transportaufgabe hatte das ATV noch eine weitere Funktion: Die ständig absinkende ISS muss regelmäßig auf eine höhere Umlaufbahn angehoben werden. «Jules Verne» hat das viermal erledigt und gab jedes Mal einen Schubser von 20 Kilometern Höhe. Auf «Jules Verne» sollen vier weitere «ATV» folgen - und die Esa schließt Nachbestellungen nicht aus.
Die ersten Vorstudien laufen bereits für ein ATV der Zukunft, das Advanced Return Vehicle (ARV). Es soll auf dem Rückflug nicht mehr schnöde verglühen, sondern an einem Fallschirm im Atlantik landen. «Das ARV fliegt dann in seiner ersten Version nur mit Fracht, aber es wird für den späteren Transport auch von Astronauten konzipiert», sagt Entwicklungsleiter Christian Bank bei EADS. Wenn die Esa-Staaten grünes Licht geben, könnte das neue ARV im Jahr 2015 Fracht von der ISS zur Erde zurückbringen, hofft Bank. «Bis 2018/19 könnten die technischen Voraussetzungen für eine bemannte Version stehen.» (Hans-Christian Wöste, dpa)