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Esa freut sich über All-Aufnahmen: 

«Rosetta» funkt Fotos vom Asteroiden Steins

06. Sep 2008 16:25
So sieht Steins aus
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So nah war die Europäische Raumfahrt einem Asteroiden noch nie. In hunderten Kilometern Höhe hat die Sonde Bilder von dem Gesteinsbrocken gemacht. Der kam Wissenschaftlern wie ein Diamant vor.

Bei einem mit Spannung erwarteten Manöver in rund 400 Millionen Kilometern Höhe hat die europäische Raumsonde «Rosetta» spektakuläre Aufnahmen von dem Asteroiden Steins gemacht und zur Erde gefunkt. Auf den am Samstag von der europäischen Raumfahrtbehörde Esa präsentierten Bildern aus den Tiefen des Alls sind zahlreiche Krater auf der Oberfläche des Gesteinsbrockens zu erkennen.

Einer davon ist laut Esa zwei Kilometer breit, was auf ein immenses Alter hindeute. Eine von zwei Kameras an Bord der Sonde funktionierte bei dem Vorbeiflug in 800 Kilometern Entfernung am Freitagabend allerdings nicht optimal. Die für detaillierte Aufnahmen zuständige Kamera schaltete sich aus einem zunächst nicht bekannten Grund offenbar zwischendurch selbst ab.

Damit verpasste sie den Angaben zufolge wohl genau die Phase der maximalen Annäherung an den Asteroiden. Erst ein paar Stunden später schaltete sie sich wieder an. Auch bei der Übermittlung der Daten gab es Verzögerungen. Dennoch rechnen die Wissenschaftler damit, dass auch unter dem von der zwischendurch ausgeschalteten Kamera gesammelten Material spektakuläre Aufnahmen zu finden sind. Auch Daten eines Infrarot-Spektrometers seien übermittelt worden. Bislang stand den Wissenschaftlern nur sehr begrenztes Material aus kurzen Vorbeiflügen zur Verfügung, wie 1986 am Halley'schen Kometen.

23 Krater unterschiedlichen Alters

Laut Esa ist der nach einem lettischen Wissenschaftler benannte Steins mit seinem Durchmesser von fünf Kilometern etwas größer als erwartet, zudem erscheine er ungewöhnlich hell. «Steins sieht aus wie ein Diamant», sagte Uwe Keller vom Lindauer Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.

Bis Samstag zählten die Wissenschaftler laut Esa zudem 23 Krater unterschiedlichen Alters, die vom Aufprall zahlreicher Meteoriten stammen könnten. Genaue Analysen der Aufnahmen sollen nun die Ursache für die helle Farbe liefern sowie die Beschaffenheit der Oberfläche ergründen, um damit die Entstehungsgeschichte des vor allem aus Basalt und Silikaten bestehenden Asteroiden zu erklären. Die Esa erhofft sich von dem Vorbeiflug aber auch Rückschlüsse auf die Frühphase des Sonnensystems generell. «Tote Steine können viel erzählen», sagte Esa-Projektmanager Gerhard Schwehm. Der auch Asteroid 2867 genannte Gesteinsbrocken werde am Ende einer der am besten untersuchten sein.

Wie geplant brach der Kontakt zu «Rosetta» während der Begegnung für rund anderthalb Stunden ab, weil sich die Sonde so schnell bewegte, dass ihre Antenne keine Signale mehr zur Erde senden konnte. Gegen 21.15 Uhr deutscher Zeit war der Kontakt zur Freude der Esa-Mitarbeiter wieder hergestellt. «Wir sind extrem froh, dass es geklappt hat», sagte Schwehm.

Klasse der E-Asteroiden

Steins sitzt im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel, der sich zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter befindet. Dort kreisen Zehntausende von Gesteinsbrocken um die Sonne. Steins, der zur seltenen Klasse der E-Asteroiden zählt, kreist nach Esa-Angaben in einem Abstand von 353 Millionen Kilometer um die Sonne. Der Asteroid war «Rosettas» erstes wissenschaftliches Zielobjekt.

Für die Sonde beginnt nun die nächste Etappe ihrer historischen Reise, die 2004 begann. Sie wird in knapp zwei Jahren noch am Asteroiden Lutetia vorbeifliegen, bevor 2014 der Höhepunkt der Mission ansteht: In sechs Jahren soll sie als erstes Raumfahrzeug überhaupt auf einem Kometen landen. (AP)

 
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