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Milder Klimawandel: 

Doch keine Palmen an Nord- und Ostsee

03. Sep 2008 10:17, ergänzt 29. Sep 2008 17:24
Sommer am Timmendorfer Strand
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Der Klimawandel soll Deutschland weniger hart treffen, als befürchtet. Zwar werde es wärmer werden und weniger Schnee geben. Doch Extremwetter und Stürme sollen laut Berechnungen von Klimaforschern ausbleiben.

Heißere Sommer im Süden Deutschlands, bessere Ernten und ein Tourismusboom an der Küste: Der Klimawandel wirkt sich laut einer Studie des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie hierzulande weniger dramatisch aus als befürchtet. Die Durchschnittstemperatur steige in Deutschland bis zum Jahr 2100 je nach Höhe der künftigen Treibhausgasemissionen um 2,5 bis 3,5 Grad Celsius, schreibt das Umweltbundesamt (UBA/Dessau) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht, der die Studie der Hamburger Forscher von 2006 zusammenfasst.
Die nun vorliegenden vollständigen Ergebnisse ermöglichten erstmals Klimavorhersagen bis hinunter auf die Ebene einzelner Landkreise, hieß es. Damit handele es sich um das bisher weltweit genaueste Klimaszenario auf regionaler Ebene. Die Sommer werden demnach immer trockener und heißer. Die Forscher rechnen mit Rückgängen der Sommerniederschläge um bis zu 30 Prozent.

Die Winter werden den Computersimulationen zufolge dagegen feuchter. «Vor allem in den Mittelgebirgen Süd- und Südwest- Deutschlands ist über ein Drittel mehr Niederschlag zu erwarten als heute», heißt es im UBA-Bericht. Insbesondere in den Alpen werde es weniger Schnee und mehr Regen geben. «Fiel in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dort im Jahr etwa ein Drittel des Gesamtniederschlags als Schnee, könnte es bis Ende des 21. Jahrhunderts nur noch ein Sechstel sein.» Mit starken Auswirkungen auf die Schneetage: Für Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald werden sie auf die Hälfte sinken, in höheren Regionen wie Zermatt und St. Moritz immer noch um etwa ein Drittel. In den Mittelgebirgen werde es ab 2031 nur noch selten eine geschlossene Schneedecke geben.

Insbesondere im Süden Deutschlands werde es in Zukunft öfter zu extremen Hitzewellen kommen, prognostizieren die Forscher. Deswegen muss mit sinkenden Grundwasserspiegeln und mehr hitzebedingten Krankheiten gerechnet werden, andererseits winkt eine ertragreichere Weinlese. Im Norden werden sich die Temperaturen weniger stark erhöhen.

An den Küsten steigen die Temperaturen bis 2100 voraussichtlich um etwa 2,8 Grad an der Ostsee und 2,5 Grad an der Nordsee. «Obwohl sich an beiden Küsten die jährliche Niederschlagsmenge nicht ändert, könnte die Tourismusbranche davon profitieren, dass es im Sommer bis zu 25 Prozent weniger regnen könnte», heißt es in dem Bericht. Im Winter hingegen gebe es bis zu 30 Prozent mehr Niederschlag. An der Elbe drohten dadurch künftig größere Hochwasserschäden.

Allerdings werde die Erwärmung auch positive Aspekte haben, sagen die Klimaforscher. Zu rechnen sei mit höheren Ernteerträgen in der Landwirtschaft, weniger kältebedingten Krankheiten und einem Tourismusboom an Nord- und Ostsee. Eine Zunahme zerstörerischer Stürme lasse sich aus den Daten nicht ableiten, hieß es weiter. (nz/dpa/AP)

 
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