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Unbewegliche Jugend: 

Mit Videospielen gegen dicke Kinder

02. Sep 2008 21:17
Ob Computerspiel oder nicht - Hauptsache Bewegung
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Schon 35 Minuten eines aktiven Videospiels pro Tag reichen aus, um drohendes Übergewicht bei Jugendlichen zu vermeiden. Da man Videospiele nicht vermeiden kann, sollten sie in Richtung Bewegung verändert werden, sagen Mediziner.

Computer- und Videospiele sind auf dem Weg, die erste Freizeitbeschäftigung von Kindern und Jugendlichen zu werden. Da verwundert es nur wenig, dass die kleinen Racker immer schwerer werden, wenn sie auf ihrem Hintern sitzen und lediglich die Daumen bewegen.

Da die Heranwachsenden aber nur schwer von der Konsole wegzubewegen sind, wollen Konsolenhersteller und Mediziner erreichen, dass die Jugendlichen sich wenigstens vor der Konsole bewegen. Denn der Kalorienverbrauch erhöht sich um das Vierfache bei einem «aktiven» Videospiel, wie Mediziner im Fachmagazin Archives of Pediatics & Adolescent Medicine berichten.

Die Autoren haben Herzfrequenz und Energieverbrauch von 18 Computerspielern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren während verschiedener Spiele und in Ruhe verglichen. Die Testpersonen mussten alle ein Spiel des Hongkonger Herstellers SSD spielen, bei dem die Figuren durch Körperbewegungen oder durch Tritte auf einer Sensormatte gesteuert werden. Die Spieler können so ähnlich wie bei Nintendos Spielkonsole «Wii» Bowling, Golf oder Tennis spielen. Zusätzlich konnten sie noch mit Hilfe der Sensormatte durch virtuelle Straßenschluchten Hongkongs laufen und dabei Hindernissen ausweichen oder Gegner wegkicken.

Der Energieverbrauch der Kinder stieg verglichen mit einer Ruheposition bei einem herkömmlichen Videospiel um 39 Prozent an. In einem aktiven Spiel verbrauchten die Spieler laut Studie 98 Prozent mehr Energie und bei dem virtuellen Lauf durch die Stadt gar 451 Prozent mehr Kalorien. Bei einer Vervierfachung des Energieverbrauchs würden 35 Minuten aktives Videospielen pro Tag reichen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern, schreiben die Autoren.

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass sich «sitzende Unterhaltung» negativ auf den Körperbau Heranwachsender auswirkt. «Wenn wir im Kontext einer modernen Gesellschaft Kinder zur Bewegung anhalten wollen, müssen wir Feuer mit Feuer bekämpfen», schreibt der US-Mediziner Russel Pate in einem begleitenden Kommentar. «Aktive» Videospiele könnten das Gegengift zu der sich ausbreitenden «sitzenden Unterhaltung» sein, ergänzt er. (nz)

 
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