28. Aug 2008 15:34, ergänzt 15:41
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die Stubenfliege meistens fixer entwischt, als man zuschlagen kann? Ein kalifornischer Professor hat die Antwort gefunden und damit auch den ultimativen Fliegenfangtipp.
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Mit einer hochauflösenden Highspeedkamera ist er anhand der gemeinen Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) der Frage nachgegangen - mit erstaunlichem Ergebnis: Die Fliege fliegt nicht einfach so davon, sie nimmt vielmehr wahr, aus welcher Richtung der Angriff kommt und kalkuliert einen Ausweichsprung. Wie in den Hochgeschwindigkeitsvideos zu sehen ist, positioniert die Fliege innerhalb von rund 100 Millisekunden ihre Beine und den Körperschwerpunkt so, dass sie den größtmöglichen Sprung in die entgegengesetzte Richtung des drohenden Schlages machen kann.Die Fliege «wisse irgendwie», ob sie für den Sprung große oder kleine Korrekturen an ihrer Körperposition machen muss, schreiben Dickinson und seine Studentin Gwyneth Card in der aktuellen Ausgabe des Magazins Current Biology. Dies setze voraus, dass die visuelle Information vom Fliegenauge mit den mechanosensorischen Informationen der Beine abgestimmt werden muss.
Die Ergebnisse des Experimentes eröffnen nach Worten des Professors neue Einblicke in das Nervensystem des Insekts, die vermuten lassen, dass die Fliegen in einer Art Koordinatensystem oder Landkarte «denken», in der die eigene Position und die Position eines drohenden Angriffes verortet werden.Diese Beobachtung lässt Schlüsse zu, wie sich eine Fliege optimal erlegen lässt: «Am besten zielt man nicht auf die Startposition der Fliege, sondern ein bisschen darüber hinaus. Dort, wo die Fliege vermutlich hinspringen wird», sagt der Professor. Allerdings sei das Untersuchungsergebnis auch dafür gedacht, kurz darüber nachzudenken, ob eine Fliege überhaupt erschlagen werden muss. (nz)