Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Pflanzenduft weist den Weg: 

Clownfische riechen sich durch

27. Aug 2008 10:24
Gute Nase: Clownfische
Bild vergrößern
Im Trickfilm hatte der Papa vom kleinen Clownfisch Nemo viele Freunde, um seinen Sohn in den Weiten des Ozeans zu finden. In der Realität haben diese Fische einen erstaunlich raffinierten Orientierungssinn.

Junge Clownfische lassen sich von Duftsignalen aus dem offenen Meer zu ihren heimatlichen Riffen leiten. Die Tiere erkennen unter anderem den Geruch von Blättern, die im Wasser treiben und von den Pflanzen nahe gelegener Inseln stammen. Dies berichtet ein internationales Forscherteam in den «Proceedings B» der britischen Royal Society. Auch Duftsignale von Anemonen, in denen die erwachsenen Fische wohnen, dirigieren die Larven zum Riff.

Clownfische (Amphiprion perculata) werden auch Harlekinfische genannt, und sind wohl am besten als Vorbild der Zeichentrickfigur Nemo bekannt. Sie leben im tropischen Indopazifik in küstennahen Korallenriffen. Dort bilden sie eine Lebensgemeinschaft mit Seeanemonen, in denen sie auch ihre Eier ablegen. Nach dem Schlüpfen werden die Larven von der Strömung ins offene Meer getrieben, wo sie die nächsten 10 bis 20 Tage verbringen. Dann schwimmen sie zurück zu ihren heimischen Riffen oder zu anderen Riffen mit ähnlichen Eigenschaften.

Wie sie den Weg dorthin finden, war Experten bislang unklar. Die Wissenschaftler um Simon Thorrold von der Woods Hole Oceanographic Institution US-Staat Massachusetts zeigten nun, dass ihnen Duftsignale dabei helfen. In einer Reihe von Versuchen demonstrierten sie, dass sich die Fische lieber in Wasser aufhalten, das an einem inselnahen Riff entnommen wurde als in solchem, das von inselfernen Riffen stammte. Auch Wasser, das zuvor entweder mit Blättern von Inselpflanzen oder mit Seeanemonen versetzt wurde, zogen sie unbehandeltem Wasser vor. Chemische Substanzen von Blättern seien für die Clownfische eines der Signale, die sie zu ihren Riffen locken, folgern die Wissenschaftler.

Verglichen mit Duftsignalen der Anemonen hätten die Lockstoffe der Blätter den Vorteil, dass sie wahrscheinlich über weitere Distanzen wahrgenommen werden können. Blätter und andere organische Substanzen trieben nämlich beträchtliche Strecken von den Riffen weg. In einem weiteren Experiment zeigten die Wissenschaftler, dass die Fähigkeit zur Wahrnehmung des «Heimatgeruchs» angeboren ist: Auch im Labor aufgezogene Fischlarven bevorzugten Wasser aus heimatlichen Gefilden. Um den Lebensraum der Clownfische zu erhalten, sei es daher nötig, auch nahe gelegene ländliche Lebensräume zu schützen, schreiben die Forscher weiter. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
UN-Klimakonferenz in Poznan: 
«Wir haben keine Zeit zu verlieren»
Alte Wetterdaten decken auf: 
Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
 
Studie über Cyberchondrie: 
Wenn das Internet richtig krank macht
 
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.