Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Wissenschaftlicher Durchbruch: 

Labor spendet künstliches Blut

20. Aug 2008 20:14
Vielleicht sind bald Transfusionen mit künstlichem Blut möglich
Bild vergrößern
Was zuvor für unmöglich gehalten wurde, ist nun einer Gruppe Forscher gelungen: Sie züchteten rote Blutkörperchen in der Kulturschale. Dieser Versuch könnte den Klinik-Alltag revolutionieren.

US-Forscher haben im Labor menschliche reife Rote Blutkörperchen hergestellt. Sie seien aus embryonalen Stammzellen gewonnen worden und könnten vielleicht einmal einen Teil der Blutspenden ersetzen, schreibt das britische Magazin «New Scientist».

Die Wissenschaftler um Robert Lanza vom US- Unternehmen Advanced Cell Technology (ACT) in Worcester hatten demnach menschliche embryonale Stammzellen zunächst mit speziellen Nährstoffen und Signalproteinen versorgt. So wurden sie zu Vorläufern von Blutzellen und später zu ausgewachsenen Blutzellen.

Das Bedeutendste dabei sei, dass diese Zellen danach ihren Zellkern ausgestoßen hätten, wie sie es auch im menschlichen Körper bei der Reifung tun, berichtet das Magazin. «Experten sagten, das ist unmöglich, und wir waren selbst sehr überrascht, als es klappte», sagte Lanza dem Magazin.

So hatten zwar einige Forscher laut «New Scientist» bereits Rote Blutkörperchen hergestellt, diese aber nie zum Ausstoßen des Kerns gebracht. Der Schlüssel scheint zu sein, die Blutkörperchen auf bestimmten Bindegewebszellen aus dem Knochenmark wachsen zu lassen, wo sie auch gewöhnlich hergestellt werden.

Transfusion ohne Test auf Blutgruppe

Im Versuch konnten die neuen Blutkörperchen nach Forscherangaben sogar Sauerstoff transportieren. Dem Team gelang es nach eigenen Angaben, 100 Milliarden Rote Blutkörperchen herzustellen. Die Forscher von ACT, der Universität Illinois in Chicago und der Mayo Klinik in Rochester haben ihre Arbeit im Fachjournal «Blood» veröffentlicht. Demnächst wollen sie die Zellen in Tierversuchen testen.

Dieser Erfolg gebe Hoffnungen darauf, einmal große Mengen Roter Blutkörperchen der Blutgruppen Null herzustellen, die von keinem Empfänger einer Blutspende abgestoßen werden, berichtet der «New Scientist» zudem. Dieses Blut könnte dann jedem Patienten gegeben werden, ohne vorher die Blutgruppe bestimmen zu müssen.

Die Blutgruppe Null sei selten - unter den aus Europa stammenden Menschen seien es 8 Prozent, bei den Asiaten nur 0,3 Prozent. Das Forscherteam hatte in diesen Experimenten keine Zellen der Blutgruppe Null hergestellt, weil Blutgruppen schon genetisch in den embryonalen Stammzellen vorherbestimmt sind und keine der Ausgangszellen Gene dieser Blutgruppe besaß. (dpa)


 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
UN-Klimakonferenz in Poznan: 
«Wir haben keine Zeit zu verlieren»
Alte Wetterdaten decken auf: 
Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
 
Studie über Cyberchondrie: 
Wenn das Internet richtig krank macht
 
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.