Archäologische Sensation:
Troja war viel größer als vermutet
19.08.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Die Trojaner könnten es nach Pernickas Worten für Vorräte, aber auch für eine Bestattung genutzt haben. Er fügte hinzu: «Ein reines Vorratsgefäß wurde man vermutlich nicht mit Steinen bedeckt haben.»
Der Troja-Forscher sagte: «Wir haben jetzt 500 Meter außerhalb der Burg eine Besiedelung nachgewiesen. Das war schon eine sehr große Residenzstadt.» Die Ausdehnung Trojas und seine Bedeutung in der Bronzezeit war in der Wissenschaft lange Zeit heftig umstritten. Pernicka sagte: «Es war ein Zentrum in einem kleinen Fürstentum, das eine Gesamtfläche von 200 bis 300 Quadratkilometern umfasst haben dürfte.»
Der türkische Kulturminister Ertugrul Günay habe bei seinem Besuch vor kurzem versichert, dass dieses Vorhaben für ihn Vorrang genieße und er dafür auch Geld in seinem Etat zur Verfügung habe. Nach dem bisher für diesen Herbst geplanten Ende der Ausgrabungen hoffen die Wissenschaftler, in dem Museum auch eine Forschungsstation zur Auswertung der Funde der vergangenen 20 Jahre einzurichten.
Der Gouverneur der Provinz Canakkale, Orhan Kirli, sagte: «Ich bin sehr optimistisch, dass wir dieses Projekt beginnen.» Noch in diesem Jahr könne ein von der türkischen Regierung finanzierter internationaler Architektenwettbewerb für den Museumsbau ausgeschrieben werden. Die Gelder dafür sind nach Pernickas Informationen auf dem Weg.
Kirli äußerte die Hoffnung, dass die gesamte Region davon profitieren werde. Denn der Tourismus, der gegenwärtig etwa ein Zehntel der regionalen Wirtschaftskraft ausmache, könnte in der Folge einen deutlichen Aufschwung erleben. (dpa)

