18. Aug 2008 12:22
Das Bangen hat ein Ende: Er hat Richtung Norden verlassen – so jedenfalls lauten die neuesten Meldungen über den in der Ostsee verirrten Buckelwal, der seit Wochen die Tierliebhaber zum Narren hält.
Die Chancen für ein Überleben des Wals seien damit gestiegen. Möglicherweise werde der hungrige Wal durch zunehmenden Fischreichtum in die richtige Richtung gelockt. Das Tier sei dabei aber weitgehend auf sich selbst und seine Instinkte angewiesen. Direkte Hilfe durch den Menschen sei schwer möglich, da der Wal sich kaum leiten oder treiben lasse. In Amerika habe es allerdings schon einmal einen erfolgreichen Versuch gegeben, als ein verirrter Wal mit den auf Tonband gespeicherten Gesängen von Artgenossen aus einer Flussmündung ins offene Meer zurück gelockt wurde, berichtete Harder. Bei «Bucki», der in der relativ großen Ostsee ständig seine Positionen wechsele, wäre eine solche Aktion allerdings äußerst schwierig und aufwendig. «Bucki» war erstmals vor drei Wochen bei Rügen entdeckt und seitdem in polnischen, dänischen und nach unbestätigten Meldungen auch in schwedischen Gewässern gesichtet worden. Zuletzt tauchte er vor Warnemünde in Mecklenburg und dann vor Timmendorf in Schleswig-Holstein auf.
Experten gehen davon aus, dass sich «Bucki» in der Ostsee verirrt hat. Er sei vermutlich in Richtung Arktis unterwegs gewesen, um sich dort eine Fettschicht anzufressen, und dabei «falsch abgebogen». Buckelwale leben weltweit in den Ozeanen, wobei sie im Sommer meist in die Polregionen ziehen und sich im Winter in subtropischen Gewässern aufhalten. Die letzte Sichtung eines Buckelwals in der deutschen Ostsee vor «Bucki» liegt bereits 30 Jahre zurück. (AP)